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Neuss
Medikamente im Abwasser: Klärwerk muss nachrüsten

Neuss. Weil sich immer mehr Rückstände von Medikamenten im Abwasser befinden, erhöhen sich die Kosten der Wasseraufbereitung. 1,5 Millionen Euro hatte die Infrastruktur Neuss (ISN), die sich um die Entwässerung und die Kanalnetze kümmert, für dieses Jahr für die "Spurenstoffelimination im Klärwerk Ost" angesetzt. Für die kommenden drei Jahre hat sie einen Investitionsbedarf von insgesamt 7,4 Millionen Euro ausgemacht.

"Organische Spurenstoffe, Arzneimittel, Industriechemikalien, Keime und Viren gelangen über Kläranlagen in die Gewässer", sagt Joachim Wittau, Abteilungsleiter Kläranlagen bei der Infrastruktur Neuss. Dort seien sie in den letzten Jahren vermehrt nachgewiesen worden. Um die Spurenstoffelimination im Klärwerk Ost sicherzustellen, sei ein Ausgabebedarf von 7,4 Millionen Euro ermittelt worden. "Das Land hat Zuwendungen von 70 Prozent zugesagt."

Für den Wirtschaftsplan 2016 der Infrastruktur Neuss hat der Verwaltungsrat jetzt zwei Millionen Euro bewilligt. Damit sollen im kommenden Jahr entsprechende Tests und Versuche durchgeführt werden, erklärt Wittau. "Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie genau die Umsetzung der Spurenstoffelimination in den Jahren 2017 und 2018 erfolgen soll."

Auch andernorts in NRW laufen zurzeit Versuche zu verschiedenen Eliminationsverfahren, berichtet Wittau. Hierzu zählten die Adsorption an pulverisierter Aktivkohle, Einsatz von granulierter Aktivkohle in vorhandenen Abwasserfiltrationsanlagen und Ozonierung.

Um das Trinkwasser vor Verunreinigungen mit Medikamenten zu schützen, dürften überflüssige Tabletten oder Arzneimittel auf keinen Fall in der Spüle oder in der Toilette entsorgt werden, warnt die Infrastruktur Neuss. Medikamentenreste gehörten - fest verschlossen - in den Restmüll, könnten bei Schadstoffsammelstellen abgegeben werden oder bei Apotheken, sofern diese sie annehmen.

(sug)
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