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Neuss
Menschenkette setzt ein Zeichen zum Welt-Aids-Tag

Neuss. Einer von 100 HIV-Schnelltests, die im vergangenen Jahr beim Kreisgesundheitsamt gemacht wurden, war positiv. Das berichtete Gabriele Neumann, Aidsberaterin in Diensten des Kreises, die bei der gestrigen Mahnwache zum Welt-Aids-Tag am Rathaus von fünf Neuerkrankten im Vorjahr sprach. "Vor allem die Zahlen bei jungen Leuten gehen nach oben", fasste sie Beobachtungen der jüngeren Vergangenheit zusammen. Insgesamt, stellt sie nüchtern mit Blick auf 25 Jahre in diesem Amt fest, lasse die Aufmerksamkeit nach.

Um so wichtiger sind für Gisela Welbers, Promotorin der Neusser Eine-Welt-Initiative (Newi), öffentlichkeitswirksame Aktionen wie die Menschenkette, die sich gestern unter den Rathausarkaden bildete und in die sich auch Bürgermeister Reiner Breuer einreihte. Seit zwölf Jahren hat die Newi keinen Welt-Aids-Tag verstreichen lassen, ohne in Neuss dazu Flagge zu zeigen. Gestern unterstützten Aktive einiger Newi-Mitgliedsvereine die bundesweite Kampagne "Kinder ohne Aids: Medikamente und Tests für alle."

Dabei suchte die Newi den Schulterschluss mit dem Rhein-Kreis, der in diesen Tagen in allen kreisangehörigen Kommunen mit Schülern für diesen Zweck auf die Straße geht. In Neuss waren es Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, der Maximilian-Kolbe-Schule, der Realschule Südstadt und des Kolping-Bildungswerks, die zum Abschluss einer Unterrichtsreihe mit Gabriele Neumann zum Thema HIV und Aids den ganzen Vormittag einen Infostand an den Rathaus-Arkaden besetzt hielten. Dazu starteten sie mit einem eigenen Fragebogen eine Umfrage unter Passanten.

Amtsarzt Dr. Michael Dörr und Kreis-Gesundheitsdezernent Karsten Mankowsky unterstützten die Aktion. Es sei ein schöner Erfolg, so Dörr, dass die anonymisierten Schnelltests so gut angenommen werden. Seine Vermutung: "Die Gewissheit, nach 20 Minuten ein Ergebnis zu haben, hat das Interesse vergrößert." Neumann würde sich wünschen, dass vor allem junge Menschen vor dem Beginn einer neuen Beziehung einen solchen Test machen. Denn Aids sei nach wie vor nur behandel- aber nicht heilbar. Noch mehr würde sie sich wünschen, wenn Betroffene nicht weiter ausgegrenzt werden.

(-nau)
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