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Neuss
Ministerin lobt Konzept der Neusser Psychiatrie

Neuss. Barbara Steffens besucht St. Alexius/St. Josef-Krankenhaus. Das beantragt zwei Jahre nach Eröffnung 50 weitere Betten. Von Ludger Baten

Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Erkrankungen. Ernstzunehmende Experten sagen, dass jeder Dritte im Laufe seines Lebens einmal betroffen ist. Diesen Trend bestätigte auch Martin Köhne, Ärztlicher Direktor des Neusser St. Alexius/St. Josef-Krankenhauses, der gestern NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens durch das Zentrum für seelische Gesundheit führte. Obwohl das neue Haus erst seit zwei Jahren unter Volllast geführt wird, reichen die Kapazitäten schon nicht mehr aus. 50 zusätzliche Betten wurden beantragt. 323 stationäre Plätze und weitere 71 in der Tagesklinik sind es aktuell. Die Zahl der Patienten, die ambulant behandelt werden, bezeichnet der Klinik-Chef als "gewaltig". Sie lägen "deutlich im zweistelligen Tausenderbereich".

Fast zwei Stunden nahm sich Ministerin Steffens Zeit; sie sah sich den Gebäudekomplex an und suchte das Gespräch mit den Patienten. Sie zeigte sich von Atmosphäre und Konzept des Zentrums beeindruckt, das so gar nicht den hergebrachten Vorstellungen einer psychiatrischen Klinik entspräche.

Ministerin Steffens und Gastgeber Köhne erörterten auch die aktuelle Situation unter den Flüchtlingen. Viele Asylbewerber, darunter ein großer Anteil Kinder, seien traumatisiert. Erschwerend komme hinzu, dass viele nur Arabisch sprechen. "Wir tun, was wir können", sagt Köhne, "aber manches Mal sind auch wir überfordert." In den vergangenen Wochen mussten 120 Asylbewerber ambulant, 80 stationär behandelt werden.

Bis Ende der Legislaturperiode will der Landtag eine Richtlinie zur Neustrukturierung der Psychiatrie in NRW vorlegen. Arbeitsgruppen, in denen Vertreter der Krankenhäuser, der Krankenkassen und Rentenversicherungen mitwirken, geben in diesem Prozess ihr Fachwissen hinein. In zwei Arbeitsgruppen wirkt auch der Neusser Martin Köhne mit: "Wir werden eine vernünftige Richtlinie haben." Was aber daraus dann werde, müsse man sehen.

Quelle: NGZ
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