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Neuss
Mit der NGZ beim Anfahr-Jubiläum

Neuss: Mit der NGZ beim Anfahr-Jubiläum
Blau-weiß gestreift: "Wir haben uns extra maritim angezogen", sagen Marion und Frank Kaiser - passend zu ihrem "geschenkten Tag". FOTO: A. Tinter
Neuss. Seit 50 Jahren starten Neusser Wassersportler mit dem Anfahren Anfang Mai in die Saison. In diesem Jahr mittendrin: Das Grevenbroicher Ehepaar Marion und Frank Kaiser, die Gewinner der NGZ-Aktion "Der geschenkte Tag". Von Benedikt Becker

Die Bootsgäste sind gut vorbereitet. "Wir haben uns extra maritim angezogen", sagt Frank Kaiser und öffnet seine Jacke. Darunter trägt er ein Polo-Shirt mit marineblauen Streifen. Auch neue Turnschuhe hat er dabei - natürlich mit heller Sohle. Seine Frau Marion trägt Segelschuhe, auch ihr Kapuzenjäckchen ist blau-weiß gestreift.

Die beiden kennen das alljährliche Anfahren im Sporthafen. Doch diesmal werden sie die Saisoneröffnung der Neusser Wassersportvereine erstmals vom Wasser aus erleben. Marion Kaiser hat das Anfahren aus der Mitmach-Perspektive bei der NGZ-Silvesteraktion "Der geschenkte Tag" gewonnen. Und ihren Mann damit überrascht. Jetzt freut sich das Ehepaar aus Grevenbroich auf die Rhein-Tour an Bord der "My Way". Das Boot von Harry Piefer, dem Geschäftsführer des Neusser Wassersportvereines (NWV), wartet festlich beflaggt. Alles ist startklar. Nur das Wetter haben sich die Kaisers etwas anders vorgestellt: "30 Grad und Sonnenschein." Gerade hat es noch ein wenig geregnet. "Wir wären auch bei Sturm gekommen", sagt Frank Kaiser.

Skipper Piefer begrüßt seine Gäste mit einer kleinen Bootsführung, Fototermin für die NGZ inklusive. Man merkt, dass Frank Kaiser sich auskennt. "Setzten sie sich doch mal hinters Lenkrad", bittet die Fotografin. "Das heißt Steuer", korrigiert Kaiser und macht es sich hinter selbigem bequem. "Ich habe ja auch 'nen Schein", sagt er dann und meint den Bootsführerschein Binnen und See für Motorboote, den er 1998 gemacht hat.

Probeliegen in der Kajüte: Ein eigenes Boot würde dem Paar Freude machen. FOTO: "Tinter, Anja (ati)"

Damals war er bei Freunden an Bord vor der kroatischen Küste durch den Urlaub geschippert. Und hatte Lust bekommen, auch mal selbst zu fahren. Schon immer sei er gern am Wasser gewesen, sagt Kaiser. Jetzt miete er halt mal ein Boot, wenn er mit seiner Frau im Urlaub sei.

Der Zeitplan beim Anfahren ist streng getaktet. Motorboote, Kajaks, Segel-Yachten, Ruderboote - insgesamt rund 45 Boote sind dabei. Alle sollen bei ihrer Rückkehr in den Sporthafen gebührend empfangen werden. Das muss gut koordiniert werden, damit es keine Unfälle gibt. "Heute ist aber alles ganz entspannt", sagt Harry Piefer. Denn die Beteiligung sei schwach, schon mal deutlich besser gewesen. Einige Boote seien noch in Reparatur, manche Wassersportler habe wohl das schlechte Wetter der letzten Tage abgeschreckt.

Kennt sich aus: NGZ-Leser Frank Kaiser am Steuer der "My Way". FOTO: "Tinter, Anja (ati)"

Dann heißt es: Leinen los! Skipper Piefer legt ab. Es geht rheinabwärts bis nach Heerdt. Erstmal ganz gemächlich. Erst auf dem Rückweg gibt Piefer richtig Gas. Schließlich muss der Zeitplan eingehalten werden. Frank Kaiser genießt diese unbekannte Perspektive, mal alles vom Wasser aus zu sehen. Die Stimmung ist gut. Man habe schön gemütlich geplaudert, sagt Ehefrau Marion anschließend.

Die Kaisers arbeiten beim Rhein-Kreis Neuss. Als sie in den Sporthafen zurückkehren, "streitet" ihr Chef, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, gerade mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, wer das schöne Wetter mitgebracht hat. Denn mittlerweile strahlt die Sonne, der Himmel ist wolkenfrei. Richtiges Kaiser-Wetter. Bürgermeister Reiner Breuer eröffnet jetzt offiziell die Wassersport-Saison. Die Schiffsführer hupen. Beim Roten Kreuz gibt es Erbsensuppe. Die Lokalprominenz ist mit dem Feuerlöschboot "Alfons Frings" unter Applaus im Sporthafen eingefahren. Das traditionelle Anfahren, es ist auch immer ein Sehen und Gesehenwerden. Zwischen Anfahren und Erbsensuppe fällt Frank Kaiser auf, dass er das Wichtigste ganz vergessen hat: "Jetzt habe ich mich gar nicht ans Steuer gesetzt", sagt er und klingt trotzdem nicht enttäuscht. Denn nach der schönen Tour wisse er nun, was zu tun sei: "Haus verkaufen, Boot anschaffen, Liegeplatz mieten." Ganz ernst meint er das natürlich nicht.

Quelle: NGZ
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