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Neusser Natur
Mit Künstler Hans Willi Notthoff über die Museumsinsel Hombroich

Neusser Natur: Mit Künstler Hans Willi Notthoff über die Museumsinsel Hombroich
Premiere für die Reihe "Neusser Natur": 25 Besucher führte Hans Willi Notthoff (r.) über die Museumsinsel Hombroich. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der bildende Künstler Hans Willi Notthoff führte die Besuchergruppe bei der ersten Tour der Reihe "Neusser Natur" über die Museumsinsel Hombroich. So unterhaltsam wie erkenntnisreich erzählt er von deren Werdegang und Besonderheiten. Von Ursula Wolf-Reisdorf

Mit 25 Besuchern war die erste Führung der neuen Reihe "Neusser Natur", zu der Neuss Marketing und die NGZ zum Museum Insel Hombroich eingeladen hatten, schnell ausgebucht. Sie versprach Architektur, Kunst und Natur dieses besonderen Ortes vorzustellen. Hans Willi Notthoff führte die Gruppe über die Museumsinsel und stellte gleich klar, dass er als bildender Künstler den Schwerpunkt auf die Kunst legen wird.

Kameras sieht Nottfhoff dabei nicht so gerne. Erst kürzlich war eine Besucherin bei der Motivsuche im Rückwärtsgang gegen eine Skulptur gelaufen. "Der Dame geht es gut. Aber die Skulptur ist zerstört", erzählte Notthoff zu den Fotoregeln auf der Insel. Unterhaltsam stellte Notthoff die Historie der Museumsinsel vor, die Mitte der 1990er Jahre von Karl-Heinrich Müller erworben wurde. Müller habe als Sammler viel Kunst zusammengetragen. "Um Silvester 1982/83 hat sich kurzfristig ein Angebot ergeben, einen privaten Park zu erwerben. Und Müller musste ohne Konzept Ja oder Nein sagen", erzählte Notthoff. Müller wollte die Kunst, die er gesammelt hatte, mit anderen Menschen teilen und wählte zudem in Anlehnung an den französischen Maler Paul Cézanne das Leitmotiv "Kunst parallel zur Natur" für das Projekt Hombroich.

Die erste von Bildhauer Erwin Heerich geschaffene Skulptur war ein neun mal neun Meter großer Raum, der ohne Kunstlicht und bis auf eine Fußbodenheizung ohne Technik auskommt. "Selbst um die Fenster, durch die von morgens bis abends das Licht fällt, haben Müller und Heerich gerungen", erzählte Hans Willi Notthoff. Vieles sei geplant, anderes habe sich ergeben, führte er weiter aus. "Während Architekten mit der Funktion zu tun haben, geht es dem Bildhauer nur um den Raum."

Paul Janßen war schon häufig auf der Museumsinsel. "Ich habe schon ihren Bau mitverfolgt. Trotzdem höre ich hier viel Neues, und Erklärungen sind wichtig", meinte der Reuschenberger. Sabine Högener hatten es Gotthard Graubners "Kissenbilder" angetan. Während Notthoff kalte und warme Grüntöne erklärte, "die sich dem Betrachter entgegen strecken", betrachtete sie still die rosafarbenen. Allen Kunstwerken ist dabei gemein, dass sie keine Namen tragen. Hans Arp und auch Graubner arbeiteten assoziativ, sagte Notthoff, Namen sind nicht wichtig. Interessant sei das Lichtspiel und die Reflexion des Betrachters.

Das Nebeneinander von Natur, Kunst und Architektur fällt einem Besucher vor allem beim Blick durch Fenster und Türen auf. In den Räumen wirken die Rahmen der Fenster wie Bilderraumen der Landschaft. Als Müller die Ackerfläche kaufte, und der Gewässerspiegel sank, war es sein Ziel, die ursprüngliche Bruchlandschaft mit Tümpeln und Kopfweiden wieder herzustellen. Landschaftsarchitekt Bernhard Korte schuf eine arkadische Landschaft. "Doch lassen Sie sich nicht täuschen. Hier ist nichts ursprünglich. Alles ist inszeniert und x-mal umgedreht", erzählte Notthoff schmunzelnd.

"Dem hätte ich stundenlang weiterzuhören können", meinte eine Besucherin am Ende der Führung. Viele wollen wiederkommen. Einige gingen auf dem Weg verloren. Nicht aus Desinteresse, sondern einfach "um die Erläuterungen noch mal sacken zu lassen", wie die Besucherin Erika Römer es erklärte.

Quelle: NGZ
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