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Neuss
Mit Kunst karitative Projekte unterstützen

Neuss: Mit Kunst karitative Projekte unterstützen
"Trauma Mind Map" hat Jennifer López Ayala für die Wand im Museum Kunstpalast geschaffen. FOTO: J. López Ayala
Neuss. Die in Neuss wohnende Künstlerin Jennifer López Ayala spendet immer wieder Arbeiten für einen guten Zweck - heute Abend in einer Reihe mit Kollegen wie Rosemarie Trockel, Thomas Ruff oder Katharina Sieverding. Von Helga Bittner

Bei Jennifer López Ayala ist alles schwarz und/oder weiß. Aber nur in der Kunst, nicht im Denken. Die 35-Jährige ist ganz im Hier und Jetzt verankert, sieht die Welt, wie sie ist, aber "will als Künstlerin auch sinnstiftend unterwegs sein", wie sie selbst sagt. Und das bedeutet, nicht nur still im Atelier arbeiten, sondern zu schauen, wo, wie und was sie mit ihrer Kunst unterstützen, etwas bewirken kann. "Ich bin keine Missionarin, ich reise nicht durch Kriegsgebiete wie andere, aber ich engagiere mich auf meine Weise", sagt die Trägerin des Neusser Kunstförderpreises 2014 entschieden und ergänzt: "Was man mit Hingabe und Passion macht - das zählt."

Ausstellungseinladungen, Präsenz auf dem Kunstmarkt - das ist das eine. Mit der Kunst Gutes bewirken, ist das andere. Und so trennt sie sich von Arbeiten oder erschafft gezielt neue, wenn es um einen guten Zweck geht. Für die Aids-Hilfe etwa, demnächst in Wien für den Ausbau eines Hospizes oder ganz aktuell für die Welthungerhilfe. "1st broken line" heißt die Arbeit, die heute Abend in der Langen Foundation versteigert wird, und ein bisschen auch das Leben symbolisiert - wenn in eine ohnehin fragile Gleichförmigkeit plötzlich eine Schneise geschlagen wird.

"1st broken line" wird heute Abend für die Welthungerhilfe versteigert. FOTO: Katalog "Kunst gegen Hunger"

Dass sich die Künstlerin mit dieser Arbeit in einer Reihe mit Kollegen wie Rosemarie Trockel, Thomas Ruff oder Katharina Sieverding befindet, empfindet sie als "große Ehre". Mit 4000 Euro ist das Startgebot für "1st broken line" angesetzt - und selbst wenn nur dieser Wert erzielt wird, freut sich López. Obgleich sie schon auf einen höheren Betrag hofft, denn sie habe grundsätzlich den Anspruch, "Werke zu spenden, die mir wichtig sind, die auch für mich Meilensteine bedeuten". Und "1st broken Line" gehört für sie dazu, denn die Arbeit ist aus einer großen Installation für ihren ersten Messeauftritt (bei der Artfair in Köln) entstanden: "Alles ist ein Teil von etwas", sagt sie und weiß, dass diese "gebrochene Linie" weiterhin in ihrem Fokus stehen wird.

Die Meisterschülerin von Katharina Grosse kommt eigentlich von der Malerei, hat durch Zufall in einer im Licht schimmernden, gebrochenen Eierschale entdeckt, dass darin schon die ganze Malerei steckt. Seitdem arbeitet sie mit Eierschalen, Zigtausenden, schafft jedes Mal ein Unikat, denn ihre Installation greift immer den Raum auf, in dem sie arbeitet.

Wie gerade auch in der "Großen" im Düsseldorfer Museum Kunstpalast mit "Trauma Mind Map". Sie habe zunächst nur die hohe Tür gesehen, sagt sie, und diese dann in ihre Arbeit einbezogen. Was in der Draufsicht wie ein grafisches Bild wirkt, ist in natura eine 3D-Arbeit, denn zwei runde Scheiben sind mit gebrochenen Eierschalen besetzt - in Schwarz und Weiß natürlich.

Dass jeder Raum das Werk beeinflusst, wird sich auch in der nächsten Neusser Ausstellung zeigen. Auf Schloss Reuschenberg "bearbeitet" López auf Einladung von Beate Düsterberg derzeit die Räume des Ausstellungshauses: Hundertausende von gebrochenen Eierschalen wurden ausgewaschen und gelegt, ziehen eine Spur durch alle Räume.

Leben und arbeiten sind bei jennifer López Ayala eins. So ist das von ihr und ihrem Mann Johannes López Ayala gegründete Studio Bronx an der Jülicher Straße ihr Zuhause und Produzentengalerie zugleich. Denn mit Simone Klerx (Malerei), Carola Eggeling (Bildhauerin) und Stefanie Minzenmay (Fotografie) gehören drei weitere Künstler dazu. Dass das Studio auch ein Forum für Kollegen ist, hat sich schon herumgesprochen: "Wir bekommen schon Initiativbewerbungen von Künstlern", sagt López Ayala und lacht.

Quelle: NGZ
 
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