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Neuss
Mit Musik und Witz Problemen an den Kragen gehen

Neuss. Die Band Sandgetriebe und das Theaterensemble Looters präsentierten ein entzückend-heiteres Abendprogramm. Von Philipp Schlüter

Von Sand im Getriebe keine Spur: Auch wenn das Motto "Houston, wir haben ein Problem" lautete und sich der Abend mit menschlichen Problemen aller Couleur beschäftigte - die zweite gemeinsame Aktion der Musiker der Osnabrücker Band Sandgetriebe und den Darstellern der Düsseldorf-Neusser Looters-Truppe lief wie geschmiert. 2014 waren sie im Theatermuseum Düsseldorf zum ersten Mal zusammen aufgetreten, in der Alten Post zeigten sie nun die zweite Auflage.

Probleme haben nicht nur die anderen oder hat nur die Besatzung von Apollo 13. Nein, wie Eddy (Gesang/Keyboard) von Sandgetriebe freudig bemerkte: "Probleme sind etwas, das alle haben."

In der ersten Hälfte servierte das Looters-Ensemble verschiedene Lieder aus seinen selbst geschriebenen Theaterstücken "Devil needs a name" und "London Calling". Dabei begeisterten besonders Karima Rösgen, Franka von Werden und Stefanie Lenz: Jede lieferte eine Performance gesanglich und tänzerisch voller Energie. Durch die kraftvoll-rockigen Riffs (Sandgetriebe spielte auch die Looters-Lieder) und das 1960er-Jahre-Outfit der drei Looters-Ladies entstand ein Gefühl von Rockabilly. Der tragisch-komische Song "Mit Bier die Zähne putzen" brachte das Publikum wiederholt zum Lachen, während das Lied "Türsteher" um das Land der "Vielleicht-lieber-nicht-Denker" kreiste und eher nachdenklich machte. Mit einem großen Applaus ging es in die Pause.

Anschließend verfeinerten Sandgetriebe mit ihrem brandneuen Programm den Abend. In den Texten setzt sich die Band mit "Problemen des Nahverkehrs, mit menschlichen Dispositionen und mit dem größten aller Probleme: dem Homo sapiens" auseinander, stets humorvoll und mit einem Schmunzeln. Die Botschaft lautet: nicht alles so ernst nehmen und auch mal über sich selbst lachen.

Insgesamt ließen die Jungs von Sandgetriebe ihr breitgefächertes Potenzial erkennen. Die abwechslungsreiche Song-Liste bereicherte Benny (Gitarre/Gesang) mit sketchartigen Einlagen. Der für ein Lied notwendige Instrumentenwechsel, bei dem auch Tim (Bass) und Hanno (Drums) gefordert waren, war schließlich ein weiterer Höhepunkt. Zum Ende des Abends wollte man es gerne unterschreiben: "Dieser Moment könnte ewig verweilen!"

Quelle: NGZ
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