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Monet, Büchner und Ravel – so „tickt“ der neue Kreisdirektor

Monet, Büchner und Ravel – so „tickt“ der neue Kreisdirektor
Dirk Brügge (46) schloss zunächst die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung als Diplom-Verwaltungswirt ab. Es folgte ein Jurastudium mit Abschluss des zweiten Staatsexamens. Zuletzt war er Erster Beigeordneter der Stadt Lohmar. Der Kreistag des Rhein-Kreises wählte ihn am 16. Dezember vergangenen Jahres mit großer Mehrheit (56-Ja-Stimmen, acht Gegenstimmen, acht Enthaltungen). FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Dirk Brügge ist der neue zweite Mann an der Spitze der Kreisverwaltung. Erste Eindrücke – und viele Fragen.

Ein Westfale als Kreisdirektor im Rhein-Kreis – wie wird das werden? Dirk Brügge, gebürtig aus Ense-Bremen im Kreis Soest und seit dem 1. März als Nachfolger von Jürgen Steinmetz nach Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zweiter Mann an der Spitze der Kreisverwaltung, ist in den vergangenen Wochen mit Sicherheit nicht nur einmal darauf angesprochen worden. Und er gibt gern Entwarnung: "Ich mag die rheinische Art – und ich kann sogar Karneval feiern." In Sachen Schützenfest bestehe allerdings etwas Nachholbedarf. Noch sieht sich der Jurist (46), der zuletzt Erster Beigeordneter in Lohmar war, selbst in der Einarbeitungsphase. In der Kreisverwaltung gehören unter anderem die Bereiche Soziales, Wirtschaft, Planung und Sport zu seinem Aufgabenfeld. Sein erster Eindruck: "Die Art und Weise, wie auch ganz unterschiedliche Sachebenen hier zusammenarbeiten, um gemeinsam Ergebnisse zu erzielen, ist beeindruckend." Die Stimmung unter den Mitarbeitern in der Kreisverwaltung sei ebenfalls gut: "Das Klima stimmt, und es wird offen diskutiert – auch mit Vorgesetzten." Die Zusammenarbeit mit Petrauschke sei bestens. "Der Landrat ist offen und direkt – das ist fast schon westfälisch", sagt der neue Kreisdirektor. Brügge privat? Derzeit sucht er mit seiner Familie ein Haus im Kreis, am liebsten nicht zu weit entfernt von seinem Dienstsitz in Grevenbroich. Und Brügge noch ein Stück privater? Unser Fragebogen gibt Auskunft . . .

Fragen* an Kreisdirektor Dirk Brügge

Wo möchten Sie leben?

Im Rhein-Kreis Neuss.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

Im Kleinen ist das meine Familie.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Die Fehler, die in der Absicht begangenen werden, etwas Gutes zu tun.

Was ist für Sie das größte Unglück?

Krieg.

Ihre liebsten Romanhelden?

Keine.

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?

Galileo Galilei.

Ihre Lieblingsheldinnen/-helden in der Wirklichkeit?

Menschen, die ohne selbst Gewalt anzuwenden gegen Gewaltherrschaft und Tyrannei kämpfen.

Ihr Lieblingsmaler?

Claude Monet, Heinz Mack. Auf der Art Cologne haben mich zudem die Werke von Robert Irwin und Tibor Gáyor beeindruckt.

Ihr Lieblingsautor?

Georg Büchner, Friedrich Reinhold Dürrenmatt, Max Frisch und Frederick Forsyth.

Ihr Lieblingskomponist?

Wolfgang Rihm, Jean Sibelius, John Williams, Maurice Ravel.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?

Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Selbstlosigkeit, ein offenes Ohr.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am meisten?

Verlässlichkeit, Aufrichtigkeit, Selbstlosigkeit, ein offenes Ohr.

Ihre Lieblingstugend?

Begeisterungsfähigkeit, Ehrlichkeit, Respekt und Optimismus.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Gemeinsam mit meiner Frau auf der Terrasse sitzen und ein Glas Wein genießen; mit den Kindern spielen.

Wer oder was hätten Sie gern sein mögen?

Der, der ich bin.

Ihr Hauptcharakterzug?

Neugierde, Geradlinigkeit.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

Loyalität einschließlich offener Kritik.

Ihr größter Fehler?

Einige.

Ihr Traum vom Glück?

Lachend mit mir und meinem Leben zufrieden sein.

Ihre Lieblingsfarbe?

Blau.

Ihre Lieblingsblume?

Kornblumen.

Ihr Lieblingsvogel?

Der rote Milan.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Bigotterie, Respektlosigkeit, Unehrlichkeit, Gewalt.

Welche geschichtlichen Gestalten verabscheuen Sie am meisten?

Adolf Hitler.

Welche Reform bewundern Sie am meisten?

Die Stein´sche Kommunalreform von 1808, in deren Zentrum das Ideal der Selbstverwaltung steht.

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?

Das absolute Gehör.

Wie möchten Sie sterben?

In weiter Zukunft und dann mit Gottvertrauen, ohne Angst und ohne Schmerzen, im Kreise der Familie.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Entspannt, ruhig und voller Erwartung auf das Kommende.

Ihr Motto?

"Dem Bürger dienen, das Herz nicht verschließen, Humor bewahren und an die Menschen glauben" ist ebenso ein zentraler Gedanke wie der Spruch "novarum rerum cupidus" (sinngemäß: "Stets begierig auf Neues).

* In den Pariser Salons war der Fragebogen früher ein beliebtes Gesellschaftsspiel. Der Schriftsteller Marcel Proust soll ihn gleich zweimal ausgefüllt haben, entworfen hat er ihn allerdings nicht. Dennoch wird er oft als "Fragebogen nach Proust" bezeichnet.

Quelle: NGZ
 
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