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Neuss
Museum für Zangs kein Denkmal

Neuss: Museum für Zangs kein Denkmal
Die grundlegende Sanierung des Clemens-Sels-Museum gehört zu den größten Aufgaben in der Neusser Kultur unter Christiane Zangs. FOTO: Woi
Neuss. In ihrer zweiten Amtszeit hat die wiedergewählte Beigeordnete Christiane Zangs in der Kultur im Sinne des Wortes eine große Baustelle: das Clemens-Sels-Museum. Bei allen anderen Häusern setzt sie auf Stabilisierung. Von Helga Bittner

Acht Jahre hat sie wieder vor sich, in denen sie die Fäden in der Neusser Kulturpolitik ziehen kann. Und acht Jahre hat sie schon hinter sich, in denen sie eben diese schon in der Hand hatte und sich selbst somit die Voraussetzungen schuf für das, was sie in Zukunft anpacken will. Die Sanierung des Clemens-Sels-Museum, das weiß die gerade wiedergewählte Beigeordnete für Kultur und Schule, Christiane Zangs, genau, wird das beherrschende Thema zumindest der nächsten Jahre sein.

"Das Problem, das wir seit vielen Jahren kennen", sagt sie, "ist die marode Heizung." Das müsse "unbedingt in Angriff genommen" werden – und wenn es nach Zangs geht, am liebsten ohne einen Gedanken an den Denkmalschutz. "Ich kann nur hoffen, dass das Museum nicht unter Denkmalschutz gestellt wird", sagt sie bestimmt.

Status quo der Kultur erhalten

Auch als Bauhistorikerin sehe sie bei dem Deilmann-Bau keinen Grund dafür. Wenn man das 1975 erbaute Clemems-Sels-Museum unter bauhistorischer Bedeutung etwa mit dem von Hans Hollein entworfenen Museum Abteiberg in Mönchengladbach (Bauzeit 1975 bis 1982) vergleiche, "liegen doch Welten dazwischen". Zudem weiß die frühere Chefin des Sels-Museum auch, dass das Haus am Obertor "als Museum nicht besonders glücklich funktioniert". Gleichwohl: "Die Entscheidung darüber liegt nicht bei mir."

Weil das Haus aber so oder so grundlegend saniert werden muss, kann sich Zangs durchaus vorstellen, dem Vorschlag des Museumsvereinsvorsitzenden Hans-Georg Monßen zu folgen, eine Ausstellungshalle zu errichten: "Aber nicht als Schuhkarton, sondern nur, wenn daraus ein funktionstüchtiges Museum wird." Dass der ehemals prämierte Entwurf für eine Erweiterung von Gernot Schulz von 2003 heute nicht mehr umgesetzt werden könne, ist für sie keine Frage. "Er bedarf einer Überarbeitung", meint sie, hat indes auch die Haushaltslage der Stadt im Blick und betont vor allem, dass es für alle Entscheidungen einen politischen Beschluss geben müsse.

Während das Museum also in doppelter Hinsicht eine Baustelle der Neusser Kulturpolitik bleibt, sieht es an anderen Stelle ruhiger aus. An der Alten Post ist mit Klaus Richter als Fachbereichsleiter für die bildende Kunst und städtischer Kurator ein Nachfolger für den ausgeschiedenen Thomas Brandt installiert; für den verstorbenen Leiter des Theaters am Schlachthof, Reinhard Mlotek, haben Britta Franken (Geschäftsführung) und Markus Andrae (künstlerische Leitung) die Verantwortung übernommen. Nur das Kino Hitch befindet sich nach dem Tod von Helmut Kettler in punkto Leitung noch in der Schwebephase: "Aber wir arbeiten daran und wollen es auch für Neuss erhalten", sagt Zangs.

Und so steht für die Dezernentin an erster Stelle, den "Status quo trotz der angespannten Haushaltslage zu halten und die Art und Qualität der Institute zu verstetigen". Dazu gehören auch die Projekte, die mit Schulen verknüpft sind. Eines der teuersten ist für Zangs zugleich eines der wichtigsten: "Jedem Kind seine Stimme" (JeKi-Sti), für das rund 300 000 Euro aufgetrieben werden müssen. Das Sing-Projekt an den Grundschulen ist für sie auch ein starkes Fundament für Integration und Inklusion.

(NGZ/rl)
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