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Neuss
Museumschefin erklärt Kunst-Konzept

Neuss: Museumschefin erklärt Kunst-Konzept
Am 17. Mai ist das Clemens-Sels-Museum wiedereröffnet worden. Bei der Sanierung haben die Räume auch einen neuen Anstrich erhalten. Die Auswahl der Farbtöne ist abhängig von den ausgestellten Werken erfolgt. Hier im Vordergrund: die Eule von Adam Zegadto. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Im Rahmen der Reihe "Neusser Räume" von NGZ und Neuss Marketing führt Museumsdirektorin Uta Husmeier-Schirlitz die Teilnehmer durch das sanierte und umgestaltete Clemens-Sels-Museum.

Die Sanierung des Clemens-Sels-Museums war notwendig - und bot zugleich die Gelegenheit für eine Neukonzeption der Sammlung. Wie sehr sich das Haus verändert hat, können Teilnehmer der "Neusser Räume"-Führung am Samstag persönlich erfahren. Der Vorher-Nachher-Effekt ist verblüffend: Welche Wandlung das Clemens-Sels-Museum erlebt hat, kann natürlich am besten beurteilen, wer das Haus noch aus der Zeit vor der Sanierung kennt. Seit der Wiedereröffnung am 17. Mai präsentiert sich das Museum völlig verändert.

"Neusser Räume" heißt die Führungsreihe von NGZ und Neuss Marketing - und darum soll es bei der Führung durchs Clemens-Sels-Museum auch nicht in erster Linie um die Exponate, sondern deren Umgebung gehen. "Dies wird keine Museumsführung im herkömmlichen Sinne, sondern eher eine Architekturführung, bei der die offensichtlichen und spürbaren Veränderungen durch die Sanierung im Mittelpunkt stehen", verspricht Museumsdirektorin Uta Husmeier-Schirlitz.

Schon im Eingangsbereich hat sich durch den Umbau eine neue räumliche Situation ergeben. Dank der seitlichen Verlagerung des Museums-Shops, der früher den Blick ins Entree versperrte, öffnet sich heute dem Eintretenden der Raum. "Für diese Weite möchte ich sensibilisieren", kündigt Uta Husmeier-Schirlitz für die Führung am kommenden Samstag an, "die innenarchitektonischen und gestalterischen Veränderungen haben ein ganz neues Raumgefühl geschaffen."

Dabei standen am Anfang der Veränderungen notwendige bauliche Maßnahmen wie die Umsetzung eines umfangreichen Brandschutzkonzeptes. Das machte beispielsweise den Einbau von Rampen und zusätzlichen Türen notwendig, aber auch den Anbau eines Fluchttreppenhauses, das sonst natürlich nur im Notfall betreten werden darf. Für die Teilnehmer der "Neusser Räume"-Führung macht Husmeier-Schirlitz eine Ausnahme. "Es ist schon interessant, dass durch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen im Museum neuer Raum entstanden ist", findet sie, "und nebenbei hat man aus dem Fluchttreppenhaus, das Richtung Zitadellstraße und Rosengarten liegt, eine tolle Aussicht." Die Wahrnehmung eines Raumes wird unter anderem auch von so wichtigen Elementen wie der Beleuchtung und der Farbe bestimmt. Und hier zeigt sich das Neusser Museum alles andere als zurückhaltend.

"In vielen Museen ist eine White-Cube-Politik üblich: also quadratische Räume mit weißen Wänden. Wir haben im Gegenteil Farbe gewählt, um ein Raumgefühl zu schaffen und das schroffe Grau des Betons abzumildern", erklärt Husmeier-Schirlitz. "Bei der Auswahl der Farbtöne sind wir von den Werken ausgegangen, haben also neue Räume für die Werke geschaffen." So kommen die alten Meister vor grünem Hintergrund gut zur Geltung, für die Expressionisten wurde Blau gewählt und die Symbolisten sind von einem Samtton umgeben. Dank begleitender Texte und über die neuen Audioguides für kann jeder Besucher seinen eigenen Weg durchs Museum finden.

Quelle: NGZ
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