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Neuss
Musikalisches Heimspiel in Neuss

Neuss. Die Kanadierin Melanie Dekkers spielte und sang erneut im Hamtorkrug.

Für die kanadische Singer/Songwriterin Melanie Dekker war der Auftritt im Hamtorkrug fast wie eine Heimkehr. Wieder einmal sang und spielte sie dort, denn schon 2013 hatte sie ihr Debüt auf der dortigen Bühne gegeben. Und ihre Fans haben sie nicht vergessen. "Im März war ich zu einem Konzert - samt Workshop - im Gymnasium Norf. Das ist ein schönes Wiedersehen!"

Und Mel, wie ihre Anhänger sie nennen, konnte den verregneten Herbstabend über zwei Stunden mit ein wenig musikalischem Sonnenschein überzeugend aufhellen. Kein Wunder, hat die sympathische Sängerin nicht nur ein Diplomstudium in Musik abgeschlossen, sondern sich über viele Jahre die notwendige Konzerterfahrung in ungezählten Liveauftritten angeeignet. Allein im November hat sie 20 Termine, bevor es zurück nach Nordamerika geht. "Leider zu früh", sagte sie scherzend, "denn ich werde die Weihnachtsmärkte verpassen. Und den Glühwein."

Ihr Stil lässt sich mit einer gefühlvoll abgewogenen Mischung aus bodenständigem Folk, erdigem Blues und traditionellem Country beschreiben. Zusammen mit einer einfühlsamen Stimme sind die Eigenkompositionen eine Garantie für Musikgenuss, der sofort unter die (Gänse-)Haut geht. Zwischen den Songs gibt es private Anekdoten und augenzwinkernde Kurzgeschichten. So erfährt die Fangemeinde auch von Melanie Dekkers Begeisterung für die deutsche Sprache - und zusammengesetzte Hauptwörter: "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: wow!"

Begleitet wurde sie vom Aachener Bassisten Yerez Diaz Hurtado, der den Abend zusammen mit seinem Vater als "Duo Fogata" fulminant eröffnete. Und von Gitarrist Eric Reed. "Ich kenne ihn seit Kindertagen in Vancouver und wünsche mir, dass unsere Zusammenarbeit nie aufhört."

Nach Neuss kam sie übrigens mehr als zufällig, erzählt sie: "Wir standen mit dem Tourbus an der Autobahnraststätte, und Christoph Hilgers vom Neusser Musik-Studio hielt an. Er überzeugte uns überfallartig, doch auch einmal hier aufzutreten. Außerdem habe ich Verwandtschaft in den Niederlanden, die ich von ,Noise' aus besuchen kann." Sie mag dieses Wortspiel, und die Stadt hat es ihr irgendwie angetan. Da dürfte ein erneuter Auftritt doch auch wieder möglich sein.

(maho)
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