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Neuss
Mut zur Arbeit mit Migranten

Neuss. Ein Aktionstag der Initiative Samo.Fa stellt Bandbreite der Flüchtlingshilfe vor.

Wenn Integration gelingt, dann hat das auch in den Migrationsorganisationen, die sich um Flüchtlinge und Zuwanderer kümmern, seine Ursache. Auf sie wies der Titel der Podiumsdiskussion "Unsichtbare Helfer - sichtbarer Erfolg?" hin, die Teil eines Aktionstages im Clemens-Sels-Museum war. Gastgeber und Ausrichter war die Initiative Samo.Fa (Stärkung der Aktiven aus Migrationsorganisationen in der Flüchtlingsarbeit), die sich etwas mehr Resonanz gewünscht hätte. Trotzdem - oder gerade deshalb - kündigte Despina Kosmidou als Samo.Fa-Koordinatorin schon für März kommenden Jahres einen weiteren Aktionstag an.

Das Projekt Samo.Fa wird unterstützt vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und ist an den Verein "Raum der Kulturen" angebunden. "Am Anfang ging es für die Geflüchteten um eine Grundversorgung", erklärt Hamdi Berdid den neuen Ansatz, "aber mittlerweile hat für viele der Alltag begonnen." Dazu gehören nicht zuletzt die Suche nach Arbeit und Wohnung - und einem Schul- oder Kindergartenplatz. Helfen können da Migranten, die schon in Neuss heimisch sind. Denn die standen ja selbst einmal vor der Situation, sich in einem für sie fremden Land zurechtfinden zu müssen.

Am Samstag ging es unter anderem darum, die Bandbreite der Migrationsarbeit vorzustellen - und ihre Möglichkeiten. Die können sich schon in kleinen Dingen ausdrücken. Im Kinderprogramm zum Beispiel führten Anna und Abdul, beide 14 Jahre jung, Kinder durch das Museum. Für Erwachsene gab es zweisprachige Führungen in Deutsch und Arabisch beziehungsweise Kurdisch. Das übernahm eine aus Syrien geflohene Kunsthistorikerin. Minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern in Neuss gelandet waren, boten zudem Stadtführungen an, in denen sie sich bemühten, ihre neue Heimat vorzustellen.

Dass Musik verbindet, zeigte der Chor "NICE", der zum gemeinsamen Singen einlud. Aber auch Essen und Trinken führt Menschen zusammen. In einem Beduinenzelt, das vor dem Museum aufgeschlagen wurde, konnte gekostet werden, was in einem Kochkursus von Geflüchteten vorbereitet worden war.

Es wurden aber auch Informationen und Eindrücke vermittelt - an Infoständen, in der Podiumsdiskussion, durch die Fotoarbeiten, die Eva-Maria Noack in der Flüchtlingsunterkunft am Nordbad gemacht hat, und durch den Film mit dem bezeichnenden Titel: "Kaum öffne ich die Augen", der zum Abschluss im Kino "Hitch" gezeigt wurde.

(-nau)
 
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