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Serie Geheimtipp
Mystische Landschaft in der Pomona

Serie Geheimtipp: Mystische Landschaft in der Pomona
Ein Auwald mitten im Reuschenberger Busch: Das "Groov'sche Loch" ist eine ehemalige Aussandung. Zurzeit ist der Wasserstand im Feuchtbiotop sehr niedrig. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Im Reuschenberger Busch verbirgt sich mit dem "Groov'schen Loch" ein großes, sehenswertes Feuchtbiotop. Es bietet Fischen, Amphibien und Vögeln einen wertvollen Lebensraum und wird mit Wasser aus der Obererft gespeist. Von Susanne Genath

Reuschenberg Es könnte eine Filmkulisse für "Jurassic Park" sein: In der bizarren Landschaft aus abgestorbenen Bäumen, Wasserläufen und teilweise modrigen Flächen würde es den Beobachter kaum überraschen, wenn auch Dinosaurier auftauchten. "Das hat schon etwas Mystisches", sagt Caroline Werz. "Erst recht, wenn morgens der Nebel darüber liegt." Seit zwölf Jahren lebt die 47-Jährige in der Pomona. In dieser Zeit ist ihr die offene Wasserlandschaft im Reuschenberger Busch, gleich neben der Obererft, ans Herz gewachsen. "Das Biotop ist ein Traum", sagt sie. "Man kann dort wunderbar Tiere beobachten. Die abgestorbenen Bäume bieten Höhlen für Bunt- und Grünspecht, Fischreiher bauen darin ihre Nester, im Wasser leben Karpfen, Molche und Blesshühner, und auf den Baumstämmen sonnen sich Nutrias und Enten nebeneinander."

Michael Klinkicht kennt die verborgene Landschaft in der Pomona seit seiner Kindheit und schätzt sie ebenfalls sehr. "Das Biotop gehört zu den größten in Neuss", berichtet der Grünen-Politiker. "Ich habe den Eindruck, dass es im Laufe der Jahre sogar noch größer geworden ist."

Das Neusser Umweltamt hat eine Radroute zusammengestellt, die auf dem Weg vom Selikumer Park zur historischen Wasserkreuzung "Epanchoir" am Nordkanal an dem Biotop vorbeiführt. "Das Groov'sche Loch ist eine ehemalige Aussandung, die sich durch Wassereinleitung von der Obererft zu einem wertvollen Feuchtbiotop mit Auwaldcharakter entwickelt hat", heißt es in der Beschreibung der "Natur-Radroute 1 - Neusser Mittelterrassenlandschaft".

Apropos Epanchoir: "Seitdem daran gearbeitet wird und das Wasser dafür teilweise abgelassen wurde, trocknet das Biotop aus", sagt Caroline Werz besorgt. "Karpfen verenden elendig, und die Fischreiher holen sich schon die Goldfische aus meinem Teich, weil sie keine Nahrung mehr in dem Biotop finden. Normalerweise steht das Wasser einen bis anderthalb Meter höher." Darüber hinaus sei der Zulauf von der Obererft regelmäßig verstopft, so dass nur wenig Wasser in das "Groov'sche Loch" hineinfließen könne. "Ich reinige den Schieber schon jedes Mal, wenn ich daran vorbeikomme", sagt die 47-Jährige. "Da müsste die Stadt besser drauf achten."

Das Umwelt- und Grünflächenamt beruhigt: Es bestehe keine Gefahr für die Tiere. "Etwa zwei Drittel der Fläche sind noch mit Wasser bedeckt", berichtet Stadtsprecher Peter Fischer. Er bestätigt, dass der Wasserspiegel wegen der Arbeiten am Epanchoir abgesenkt worden sei. Allerdings habe insbesondere die Hitze der vergangenen Tage dazu geführt, dass mehr Wasser verdunste, als durch den Schieber von der Obererft hineinlaufe. Dies reguliere sich aber von selbst. "Tote Fische haben unsere Mitarbeiter nicht vorgefunden."

Dies sei auch kein Wunder, meint Caroline Werz. "Tote Fische holen sich ja sofort die Vögel", sagt sie. Allerdings sieht auch Michael Klinkicht keine Gefahr durch den niedrigen Wasserstand. "Ich kann mich erinnern, dass das Biotop in manchem Sommer fast ganz ausgetrocknet war", erzählt er.

Quelle: NGZ
 
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