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Serie Neu Im Rlt
Nach dem Abitur Theater gespielt

Neuss. Nach vier Jahren am Theater Trier wechselte Alina Wolff an das RLT in Neuss.

Neuss (hbm) 14 oder 15 Jahre war Alina Wolff alt, als sie ein Theatererlebnis hatte, das ihre Berufswahl prägen sollte. Im Berliner Ensemble sah sie die Schauspielerin Nina Hoss in Georg Büchners Drama "Leonce und Lena" und wusste: "Das will ich auch schaffen." Das berührende Gefühl habe sie wachgerufen, sagt sie rückblickend. Als Kind und Jugendliche hatte die 1986 in Berlin geborene Schauspielerin, die nun ihre erste Spielzeit am RLT erlebt, regelmäßig mit der Mutter Theateraufführungen besucht. Aber erst dieses Erlebnis brachte sie, die auch Klavier und Geige spielt sowie gerne singt, dazu, sich nach dem Abitur Theatergruppen zu suchen.

Im Jugendclub des Deutschen Theaters ist sie gelandet, hat sich an 13 Schauspielschulen beworben und dann doch erst mal Philosophie und Germanistik in Potsdam studiert. "Dabei kann ich eigentlich gar nicht sillsitzen", sagt sie und lacht. Drei Monate hat sie es ausgehalten, dann beschlossen, noch mal richtig "loszulegen" und sich wieder zu bewerben. An der Hochschule für Musik und Theater Rostock hat es dann 2007 geklappt: "Es war genau die richtige Schule für mich", sagt Wolff, mit einem kleinen Dozentenkreis, der einen persönlichen Umgang mit den maximal zehn Studenten pro Jahr möglich machte, und einem Unterricht, der "sehr aufs Handwerk bedacht war".

2011 machte sie ihren Abschluss, bekam im November ein Engagement am Theater Trier. Dem waren viele Vorsprechen vorausgegangen, dafür blieb sie bis zum vergangenen Sommer dort. "Zwei Jahre lang war ich die Jüngste im Ensemble", erzählt sie lächelnd, "ich habe dort unglaublich viel gelernt." Ein Intendantenwechsel in Trier beendete ihr Zeit dort, sie kam "mit einem Rucksack voll Erfahrungen" nach Neuss - und damit ihrer Heimat, die sie eher im Norden der Bundesrepublik sieht, auch wieder ein Stückchen näher. Ihre Wohnung hat die 29-Jährige in Düsseldorf, sie genießt es, die Strecke zum Neusser Theater regelmäßig mit dem Rad zu fahren. Selbst nachts.

Im "Doppelten Lottchen" spielt sie derzeit mit. Gerne würde sich auch noch mal die "Hedda Gabler" spielen, in dieser Rolle stand sie schon in Trier auf der Bühne. "Das war ein großes Geschenk und eine große Herausforderung", sagt sie fast ein bisschen wehmütig. Kleists Penthesilea mag sie auch sehr, aber grundsätzlich will sie sich durch besondere Wünsche nicht selbst einschränken. "Es gibt immer etwas, das man in einer Rolle für sich entdecken kann", meint sie überzeugt. Einen Traum hat sie dennoch: "Vielleicht eines Tages in einer freien Gruppe arbeiten, in der man gemeinsam Projekte entwickelt."

Quelle: NGZ
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