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Neuss
Nach dem Konvent wird Meererhof entwickelt

Neuss: Nach dem Konvent wird Meererhof entwickelt
Der Konvent wurde gestern mit Musik eröffnet. Neu ist das Schachfeld, auf dem Bürgermeister Herbert Napp dem schwarzen König Platz verschafft. FOTO: woi
Neuss. Die Umgestaltung der Querachse "Am Konvent" wurde gestern gefeiert. Nun soll es auch Veranstaltungen und Weihnachtsbeleuchtung geben. Von Christoph Kleinau

Das vergangene halbe Jahr war nicht einfach für die Händler und Anwohner der Straße Am Konvent, doch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Judith Hapke, Inhaberin des Optiker-Fachgeschäftes an der Straße, ist zumindest begeistert. Vor allem, weil das Ende der Bauzeit der Anfang von einer Zeit voller neuer Möglichkeiten ist.

Einige davon sind direkt fassbar: Für das Hansefest am Sonntag hat Hapke als Sprecherin der Zukunftsinitiative Innenstadt Neuss (ZIN) im Sebastianusviertel das Spielmobil des Kinderschutzbundes zum Konvent eingeladen, denn der hat nun endlich eine kleine Veranstaltungsfläche. Der kleine Weihnachtsmarkt soll in den Adventwochen genau deshalb von der Niederstraße bis zum Meererhof verlängert werden. "Und zum ersten Mal", ergänzt Hapke, "wird es am Konvent und an den Eingängen zum Meererhof eine Weihnachtsbeleuchtung geben." Damit wird diese wichtige Querachse zum Hauptstraßenzug, die auch mit den gleichen Leuchten und Blumenampeln bestückt wurde wie Büchel oder Niederstraße, als Teil der Innenstadt ausdrücklich betont.

Aber der "neue" Konvent soll auch Langzeiteffekte auslösen. Davon sprach Bürgermeister Herbert Napp, für den die "Umgestaltung der Innenstadt noch nicht zu Ende ist". Es sei weiter nötig, in die Aufenthaltsqualität und damit in die Attraktivität der City zu investieren, sagte er. Und er kündigte an: Die Fertigstellung des Konvent markiere den Einstieg in die Weiterentwicklung des Meererhof. Allerdings schob er gleich die Feststellung nach: "Das wird nicht einfach."

Die gestern mit einem Fest verbundene Übergabe dieses letzten neu gestalteten Teils der City, der als echte Fußgängerzone punkten kann, ist am Ende doch 100.000 Euro teurer geworden als veranschlagt. Die Mehrkosten ergaben sich aus "Bodenfunden", mit denen so nicht zu rechnen gewesen war.

Als die fast 40 Jahre alten Platten entfernt waren, wurde nämlich festgestellt, dass der Beton darunter voll Wasser war. So mussten die neuen Platten in ein Bett aus sogenanntem Drainagemörtel gelegt werden. Mehrkosten: 30.000 Euro. Außerhalb der Brückenplatte, mit der der Meererhof über die Spulgasse verlängert wurde, wurden wiederum bewehrte Betontragschichten von einem halben Meter Stärke gefunden. Die mussten ebenso aufwendig entfernt werden wie dicke Betonfundamente in den verklinkerten Baumeinfassungen. Mehrkosten: 75.000 Euro.

Für die Anlieger hatten diese Bodenfunde ganz andere Auswirkungen. Die Baufirma musste von dem Plan abrücken, den Konvent "in Abschnitten neu zu gestalten", berichtet Judith Hapke, die sich fast täglich auf der Baustelle vor ihrem Geschäft umsah. Dort waren die Arbeiten erst schnell vorangekommen, doch dann blieb der Konvent eben auf ganzer Länge eine Baustelle.

Hapke hofft nun, dass über die breiter und offener gestaltete Straße mehr Passanten den Weg Richtung Meererhof finden. Wenn dort die Verbraucherzentrale hinkäme, wäre das noch toller, sagt sie. Ob das klappt, ist noch offen.

Quelle: NGZ
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