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Nachruf auf Karl-Rüdiger Himmes
Neuss trauert um den kommunalen "Außenminister"

Nachruf: Neuss trauert um den kommunalen "Außenminister" Karl-Rüdiger Himmes
Karl-Rüdiger Himmes (vorn, Archivbild). FOTO: Woitschützke, Andreas
Neuss. Wenn bilaterale Beziehungen zwischen Regierungen und Staaten Eiszeit haben, sind Städtepartnerschaften umso wichtiger, um den Dialog der Menschen über Grenzen hinweg nicht abreißen lassen. Von dieser Politik war Karl Rüdiger Himmes immer überzeugt. Von Christoph Kleinau

Diese Haltung machte ihn nicht nur zu einem Förderer der fünf Neusser Städtepartnerschaften, sondern trug ihm auch den Ehrentitel "Außenminister der Stadt" ein. 21 Jahre lang, bis Mitte 2014, leitete Himmes das Komitee für Partnerschaften und internationale Beziehungen, nun ist dieser Vorkämpfer für die Idee eines geeinten Europas verstummt. Im Alter von 76 Jahren starb der CDU-Politiker am Freitag überraschend bei einer Reise in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, wo er mit seinem Parteifreund und Nachbarn Rotger Kindermann an einem Kongress der Vereinigung europäischer Journalisten teilnahm.  

"Er machte, was er am liebsten machte und was ihm am Herze lag: Er setzte sich auf einem Journalistenkongress für die Völkerverständigung ein", berichtet Thomas Schommers, Präsident der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft, die mit Himmes einen Förderer und ein Gründungsmitglied verliert. Mit ihrem Freiheitspreis, den die DAGN im vergangenen Jahr als höchste Auszeichnung stiftete und erstmals verlieh, ehrte sie das Lebenswerk von Karl Rüdiger Himmes und seinen Einsatz für die Städtepartnerschaft mit St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota. Auch andere erkannten dieses Engagement an. So wurde Himmes nicht nur mit dem Bundesverdienstkreuz bedacht, sondern trug auch den Leopolds-Orden des belgischen Königs.  

Kein Leisetreter, aber auch kein Lautsprecher

Himmes war kein Lesetreter, aber auch kein "Lautsprecher". Wenn ihn etwas anging, wenn er etwas zu seiner Sache machte, dann engagierte er sich, dann ergriff er Partei. Und das auch beim "Verschönerungsverein Uedesheim", dessen Vorsitzender er war, genauso wie als Vorsitzender des Ortsvereins im Deutschen Jugendherbergswerk, in dem er gemeinsam mit Ehefrau Annemarie für die Jugendherberge in Uedesheim warb. Seine eigentliche Leidenschaft aber waren Politik und internationale Beziehungen.

Himmes wurde im April 1941 in Düsseldorf geboren. Er studierte Anglistik, Romanistik und Philosophie und ergriff 1967 den Beruf des Lehrers, den er auch als Dozent des Goethe-Institutes in Lille oder Glasgow ausübte. Von 1979 bis zu seiner Pensionierung war er Lehrer an einem Dormagener Gymnasium.  

1989 zog Karl-Rüdiger erstmals für die CDU in den Stadtrat ein, 22 Jahre gehörte er der Fraktion an. In dieser Zeit war er als direkt gewählter Stadtverordneter der "Kümmerer" für Uedesheim, Vorsitzender des CDU-Ortsvereins wie auch des Bezirksausschusses. Bei seiner Verabschiedung 2011 betonte der Parteivorsitzende Jörg Geerlings allerdings Himmes Arbeit im Sinne der Völkerverständigung. "Unser Mann für Internationales", nannte Geerlings seinen Parteifreund, der in diesem Sinne auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Internationalen Schule in Neuss wirkte. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Himmes einer neuen Aufgabe gestellt und die Leitung des "Freundeskreises der Städtepartnerschaft Neuss und Rijeka"  übernommen. Erst vor einem Monat hatte er die kroatische Partnerstadt mit einer Delegation bereist.

 

 
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