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Neuss
Neuer Chefarzt für Neurologie am Etienne

Neuss: Neuer Chefarzt für Neurologie am Etienne
Sobesky wurde in Bratislava geboren. Aufgewachsen ist er in Hagen. Nach seinem Medizinstudium in Aachen arbeitete er zunächst in Köln, bis er als Professor an die Berliner Charité berufen wurde. Woitschützke FOTO: Andreas
Neuss. Die Neurologie am Johanna-Etienne-Krankenhaus bekommt einen neuen Chefarzt: Professor Jan Sobesky aus Berlin. Der 48-Jährige ist Experte für Schlaganfalldiagnostik und Erkrankungen des Zentralen Nervensystems. Von Bärbel Broer

Noch arbeitet er als geschäftsführender Oberarzt am Campus Virchow Klinikum - einem der drei Standorte der Berliner Charité. Doch zum 1. Januar 2017 wird Professor Jan Sobesky ans Johanna-Etienne-Krankenhaus (JEK) wechseln. Dann wird er Nachfolger des bisherigen Chefarztes der Neurologie, Dr. Stephan Mohr, der zum Ende des Jahres nach 25 Jahren am JEK in den Ruhestand gehen wird.

Sobesky freut sich auf seine neue Aufgabe und verrät, was ihn bewogen hat, sich auf die Stelle zu bewerben: "Das JEK hat viele Vorzüge, die für mich und mein medizinisches Profil sehr attraktiv sind." Und dann zählt er auf: Das JEK ist neurologischer Alleinversorger für rund 500.000 Einwohner. Mit künftig 78 Betten zählt die Neurologie in Neuss zu den zehn Prozent der größten Kliniken Deutschlands. "Das JEK ist ein neurologisches Schwergewicht", so der 48-Jährige.

Insbesondere der Schwerpunkt Schlaganfall mit 1.400 bis 1.600 Patienten "ist - soweit mir bekannt - die größte Stroke-Unit im Bereich Nordrhein", erklärt Sobesky, der sich am Berliner Centrum für Schlaganfallforschung (CSB) unter anderem auf die Akuttherapie und Nachsorge des Schlaganfalls spezialisiert hat.

Auch die Stroke-Unit wird 2017 erweitert. "Derzeit haben wir sechs Betten, künftig werden es zehn sein", sagt Dr. Simone Palmer, Leiterin der Klinik. "Als Exklusiv-Versorger im Bereich der Neurologie erwirtschaften wir Umsatzerlöse von knapp zehn Millionen Euro pro Jahr." Die Patientenzahlen im neurologischen Bereich steigen stetig an. 2015 wurden 2.811 Patienten stationär behandelt. Zum Vergleich: 2011 waren es 2.332.

Kennzahlen, die auch Sobesky gereizt haben: "Für mich ist es daher eine sehr attraktive Position, verbunden mit schönen Herausforderungen." So möchte er die sogenannte mechanische Rekanalisation aufbauen - eine hochwirksame Therapie, die für einen gewissen Teil von Schlaganfallpatienten in Frage kommt. Dabei wird ein Katheter durch die Leiste in ein thrombosiertes Gehirngefäß eingebracht. "Denn eine Klinik, die 1.400 bis 1.600 Schlaganfälle versorgt, sollte künftig auch diese Methode vorhalten", so der designierte Chefarzt. "Das ist eine sehr große logistische Herausforderung, da Rettungsassistenz, Neurologie, Neuro-Radiologie und Anästhesie innerhalb weniger Stunden dafür perfekt zusammenarbeiten müssen."

Neben der Schlaganfalldiagnostik und -therapie liegen die medizinischen Schwerpunkte Sobeskys sowohl in der neurologischen Akut- und Intensivmedizin als auch in der Behandlung von Epilepsie, Demenz und Erkrankungen des Zentralen Nervensystems. Der bevorstehende Wechsel nach Neuss ist für ihn auch eine Art Heimkehr. Denn Sobesky, der in Bratislava, der damaligen Tschechoslowakei, geboren wurde, zog im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern - Vater Anästhesist, Mutter Kinderärztin - nach Hagen in Westfalen. Dort machte er sein Abitur, studierte anschließend Medizin in Aachen und arbeitete später an der Uniklinik in Köln. Nach der Habilitation erfolgte 2009 die Berufung zum Professor an die Neurologische Klinik der Berliner Charité. Seine Kenntnisse sowohl aus dem klinischen Alltag als auch der aktuellen Forschung sollen künftig dem JEK als neurologischem Exklusiv-Versorger im Rhein-Kreis-Neuss zugute kommen.

Quelle: NGZ
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