| 00.00 Uhr

Neuss

Neuss. In einer biblischen Erzählung wird von der großen Gottesfürchtigkeit Abrahams berichtet: Er wird von Gottvater aufgefordert, seinen einzigen Sohn, Isaak, zu opfern. Gemäß der alttestamentlichen Geschichte (Genesis) gürtete Abraham seinen Esel und zog in Begleitung seines Sohnes zu einer Opferstätte. Dort angekommen errichtete er einen Altar, schichtete das mitgeführte Holz auf und zog sein Messer, um den Knaben auf Geheiß Gottes zu opfern.

Erst im letzten Moment bremsen ihn die Worte eines Engels, der vom Himmel zu ihm spricht. Isaak blieb verschont und Abrahams grenzenlose Gottesfürchtigkeit war belegt. Viele Künstler illustrierten in ihren Werken den hochdramatischen Moment, in dem Abraham mit erhobenem Messer, oft auch ein Säbel mit großer Klinge, in letzter Sekunde in seinem Handeln gestoppt wird. Der Maler Johann Anton Ramboux (1790-1866) gehört zu den sogenannten Nazarener.

Diese Gruppierung stand zu Beginn des 19. Jahrhunderts für eine Erneuerung der Kunst. Sie orientierten sich vor allem an den Werken altitalienischer Meister. Schlachtenbilder und allzu martialische Bildsujets lehnten sie ab. Ramboux schuf auch die kleine Tafel mit der der Darstellung des Opfer Abrahams. Es handelt sich um ein sogenanntes Simultanbild: Man erkennt den Fortgang der dargestellten Geschichte in verschiedenen Einzelszenen.

Im rechten unteren Bildeck etwa den Moment, wenn Vater und Sohn mit dem Esel zur Opferstätte ziehen. Oben rechts auf dem Berg die Szene der verhinderten Tötung. Wichtigstes Thema der Erzählung ist für Ramboux jedoch die Darstellung der göttlichen Anweisung. Im Bildzentrum ist zu sehen, wie Gott den liebenden Vater, der seinen einzigen Sohn in fester Umarmung an sich drückt, anweist, seinen Worten zu folgen. Dass Ramboux sich in seinem Schaffen auf frühe italienische Malerei bezog, belegen seine Aquarelle, die auf Italienreisen entstanden sind.

Die Werke sind, ebenso wie das Ölgemälde mit dem Opfer Abrahams, in der aktuellen Ausstellung im Clemens-Sels-Museum "Italien so nah - Johann Anton Ramboux (1790-1866)" zu sehen.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Neuss


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.