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Kaarster Straße in Neuss
"Autofriedhof" sorgt für Parkplatznot

Neuss: "Autofriedhof" sorgt für Parkplatznot
Dieses Auto steht wohl seit anderthalb Jahren an der Kaarster Straße, seit Januar 2017 ist der Tüv abgelaufen. FOTO: Burwig
Neuss. An der Kaarster Straße werden oft monatelang Autos abgestellt. Anwohner bezeichnen die Straße als "Autofriedhof". Sie beklagen, dass nach Feierabend und am Wochenende Parkplatznot herrsche. Die Stadt verweist auf die Rechtslage. Von Oliver Burwig

Mehrere Autohändler-Kärtchen stecken in der Seitenscheibe des schwarzen Opel Corsa, der laut Theo Brauer schon seit anderthalb Jahren vor seinem Haus geparkt ist. Die Reifen sind nahezu platt, unter dem Kleinwagen sammelt sich der Straßendreck. Schon im August vergangenen Jahres beschwerte der 68-Jährige sich bei der Dortmunder Polizei - aus Dortmund stammt das Auto -, die ihm jedoch mitteilte, dass das Fahrzeug angemeldet war, eine gültige Tüv-Plakette hatte und damit am Straßenrand parken darf. Jetzt reagiert die Stadt Neuss - doch das Problem bleibt vorerst.

"Der Fall ist dem Amt für Verkehrsangelegenheiten bekannt", sagt Miriam Hartig vom Presseamt der Stadt. Mitte März habe das städtische Amt die Beschwerden an das Straßenverkehrsamt des Kreises weitergegeben. Der Besitzer des Autos sei jetzt darüber informiert, dass er den Tüv nachholen solle. Erhalte das Amt keine Antwort, bringen Mitarbeiter einen Aufkleber auf der Windschutzscheibe auf, darauf der Hinweis, dass der Halter noch vier Wochen habe, um sein Auto zu zu entfernen, ehe es auf seine Kosten abgeschleppt wird.

Prinzipiell sei es so, erklärt Hartig, dass Autos so lange auf Parkplätzen stehen bleiben dürften, wie sie zugelassen seien und eine gültige Haupt- und Abgasuntersuchung zeigten. "Bei Anhängern ist das anders, sie dürfen nicht länger als zwei Wochen auf einem öffentlichen Parkplatz stehen, ohne bewegt zu werden", sagt Hartig.

Aus den Reifen des Autos ist mittlerweile ganz schön die Luft raus. FOTO: Oliver Burwig

Über den Kleinwagen an der Kaarster Straße hatten sich laut Brauer schon mehrere Familien bei der Stadt Neuss und dem Ordnungsamt beschwert. Aufgefallen sei das Auto bei der Straßenreinigung, die die Nachbarn zusätzlich zur städtischen im jährlichen Wechsel unternehmen. "Darunter wurde überhaupt nicht mehr saubergemacht", sagt Werner Kirschbaum.

Der 68-Jährige wohnt ebenfalls an der Kaarster Straße. Ihn freut zwar, dass sich des Autos angenommen werde, doch spricht er von einem noch größeren Problem: "Die Straße ist der reinste Autofriedhof. 100 Meter weiter gibt es vier weitere Autos, einige von denen haben auch schon einen Aufkleber." Kirschbaum und Brauer kritisieren, dass durch die dauergeparkten Autos Anwohner schwerer einen Parkplatz finden. Mittags seien die Parkstreifen nahezu leer, gibt Kirschbaum zu, nach Feierabend und am Wochenende herrsche jedoch Parkplatznot.

Quelle: NGZ
 
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