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Neuss
Neuss bleibt Asiens Modebasis in Europa

Neuss: Neuss bleibt Asiens Modebasis in Europa
Dirk P. Goeldner (l.) ist der neue Centermanager im Euromoda im Hammfeld. Er tritt dort im Sommer die Nachfolge von Udo W. Wibbeke an. FOTO: L. Berns
Neuss. Das größte Fashion-Business-Center Deutschlands wird 25 Jahre alt. Wechsel im Centermanagement: Udo Wibbeke geht, Dirk Goeldner kommt. Der reale Marktplatz will mit kabelloser Vernetzung Position als Branchenprimus verteidigen. Von Ludger Baten

Das Euromoda ist ein Haus der Superlativen, ein stiller Star am Standort Neuss: 100.000 Quadratmeter, 230 Mieter, rund 1000 Arbeitsplätze - und ein Ende der bereits 25 Jahre währenden Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht. "Unsere Kapazität reicht nicht, alle Nachfragen, die uns erreichen, auch zu bedienen", sagt Udo W. Wibbeke (67), der nach 15 Jahren als Centermanager im Sommer in den Ruhestand geht. "Wir werden die Marke Euromoda weiter entwickeln", sagt sein Nachfolger Dirk P. Goeldner (51), der bereits Anfang des Jahres in die Chefetage eingezogen ist. Sein Silberjubiläum feiert Deutschlands größtes Fashion-Business-Center mit einem großen Fest im Herbst - und einem verkaufsoffenen Sonntag im September. Die schlechte Nachricht: Endverbraucher können in der bunten Konsumwelt der Großhändler auf fünf Etagen nicht auf Schnäppchenjagd gehen. Sie ist den Einzelhändlern vorbehalten.

Auch in einer digitalisierten Welt wird sich der reale Marktplatz weiterhin behaupten. Diese These vertritt Dirk Goeldner. Textilien zu tragen, ist ein sinnliches Erlebnis. Material fühlen und riechen; sehen wie Kleidung, Schuhe und Accessoires zusammenpassen. Der Euromoda-Manager teilt die Meinung von Experten, dass maximal 18 bis 20 Prozent des Handelsumsatzes in die Onlineshops abwandern wird. Die Branche, formulieren Goeldner und Wibbeke unisono, wachse nicht, der Markt werde enger: "80 Prozent der Konsumgüter, die wir tragen, werden spontan gekauft. Das sind Lustkäufe." Seine Vorteile habe das Euromoda immer genutzt und werde sie auch künftig in die Waagschale werfen. "Es lohnt sich, bei den Mietern auf Qualität zu achten", sagt Wibbeke, "und wir erfinden uns als Marktplatz immer wieder neu."

Gleichwohl will der neue Hausherr kräftig in die digitale Infrastruktur investieren. Sein Ziel ist die "kabellose Vernetzung". Modernste IT- und Kommunikationstechnologie schaut er sich demnächst in China an. "Mehr als 200 Mieter und deren zahllose Kunden sorgen für gewaltige Datenströme", sagt Goeldner, "die müssen problemlos bewegt werden." Dafür suche er die technologisch beste Lösung. So ändern sich die Zeiten. Einst war China ausschließlich die größte Werkbank der Welt, inzwischen ist das Reich der Mitte längst in der Lage, Hightech-Produkte zu entwickeln.

Für viele asiatische Firmen und Händler sind Deutschland und das Euromoda die erste Adresse, um den europäischen Markt zu bedienen. Vor 13 Jahren legte Wibbeke den Grundstein fürs Neusser "China-Town", das heute rund ein Viertel der Gesamtkapazität im Euromoda einnimmt. Im Sog der Chinesen folgten die Nachbarn: 55 Prozent der Mieter an der Anton-Kux-Straße stammen aus Asien.

Der Euromoda-Erfolg ist in Augen von Wibbeke auch einer des Standortes im Großraum Düsseldorf/Neuss: "Düsseldorf und München sind immer noch die Modestädte Nummer eins in Deutschland." Davon profitiere auch der Standort Neuss, "aber die Stadt macht auch eine clevere Wirtschaftsförderung." Die Nähe zu den Benelux-Staaten sei ein weiterer Trumpf: "40 Prozent der Euromoda-Kunden kommen aus den Niederlanden."

Quelle: NGZ
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