| 12.41 Uhr

Brandstifter in den eigenen Reihen
Neusser Feuerwehrleute sorgen sich vor Generalverdacht

Neuss: Feuerwehrleute legten 14 Brände - Kameraden reagieren geschockt und sorgen sich
FOTO: woi/polizei
Neuss. Mit Fassungslosigkeit haben die Feuerwehrleute im Rhein-Kreis Neuss auf die Nachricht reagiert, dass die drei mutmaßlichen Brandstifter aus der Neusser Nordstadt selbst bei der Feuerwehr aktiv waren.

Bei Facebook und in anderen sozialen Netzwerken tauschten sich Feuerwehrleute aus dem Kreis gestern zu den Ereignissen aus. Man merkt ihnen die Sorge an, unter Generalverdacht gestellt zu werden. Geteilt wurde daher auch eine Stellungnahme, die Stefan Meuter, Vorsitzender des Verbands der Feuerwehren im Rhein-Kreis Neuss, verfasst hat. "Der Schock über Brandstifter in unseren Reihen sitzt tief, und wir können von Glück reden, dass bei diesen Taten kein Mensch zu Schaden gekommen ist", schreibt er.

Es geht Meuter vor allem darum, dass die Taten von drei Männern nicht den täglichen Einsatz von rund 3000 Mitgliedern der Feuerwehr, die sich tagtäglich für das Gemeinwohl im Rhein-Kreis Neuss einsetzen und dabei mitunter auch ihr Leben riskieren, in ein falsches Licht rücken. "Der Vertrauensverlust, den jeder brandstiftende Feuerwehrmann unseren Feuerwehren bringt, ist enorm und nicht in Worte zu fassen", schreibt er. Die Feuerwehrleute im Rhein-Kreis hoffen nun auf das Vertrauen und die Rückendeckung der Bevölkerung. "Wir stehen für die Sicherheit der Bürger im Rhein-Kreis Neuss", schreibt Meurer. "Wir sind der Teil der Gesellschaft, die für die Hilfe des Nächsten einsteht."

Kriminalkommissar Dirk Gütte hatte schon anlässlich der Pressekonferenz zur Verhaftung der Tatverdächtigen betont, dass die Feuerwehr im Kreis hervorragende Arbeit leiste und ihr Ansehen nicht durch die Taten einzelner in ein falsches Licht gerückt werden dürfe. Bürgermeister Reiner Breuer hatte sich ähnlich geäußert und schützend vor die Feuerwehr gestellt. Und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Chef der Kreispolizei, stellte gestern beim Prinzenempfang, zu dem auch Vertreter der Feuerwehr gekommen waren, klar: "Wir müssen den Feuerwehren jetzt den Rücken stärken, damit kein falscher Zungenschlag getan wird."

Hans-Jürgen Petrauschke betont, wie wichtig das Engagement der Wehr ist. "Die Männer und Frauen, die sich 365 Tage im Jahr in den Dienst der Allgemeinheit stellen, dabei Gesundheit und Leben aufs Spiel setzen, verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung. Das Ehrenamt ist in der Feuerwehr unverzichtbar."

(abu/mre)
 
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