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Neuss
Neuss ist bereit für die Fahrradautobahn

Neuss. Im "Arbeitskreis Rad und Fuß" wurde im Detail der Trassenverlauf für den Radschnellweg Neuss-Düsseldorf-Monheim auf Neusser Stadtgebiet vorgestellt. Nur eines ist offen: Auf welcher Seite der Langemarckstraße wird gefahren? Von Christoph Kleinau

Das könnte der Durchbruch sein: Landesverkehrsminister Michael Groschek beabsichtigt, die Radschnellwege den Landesstraßen gleich zu stellen. Weil diese Gesetzesinitiative, die schon die Zustimmung der Landesregierung gefunden hat, auch und vor allem finanzielle Auswirkungen hat, hofft der Neusser Planungsdezernent Christoph Hölters auf einen Zuschuss zu den Bau- und Unterhaltungskosten, "der sogar Richtung 100 Prozent gehen kann". Damit wäre man dem Bau einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Denn eine Trasse gibt es schon.

Anfang 2013 hatte das Land einen Wettbewerb gestartet, bei dem es Geld für eine Machbarkeitsstudie zu "gewinnen" gab. Neuss bewarb sich gemeinsam mit den Städten Düsseldorf, Langenfeld und Monheim und gehörte am Ende mit ihrer Skizze einer 45 Kilometer langen "Autobahn für Radfahrer"zu den fünf Preisträgern. Die Machbarkeitsstudie, die samt Gesamtkonzept und Kostenschätzung bei dem Kölner Planungsbüro Via in Auftrag gegeben wurde, soll in nächsten Wochen fertig werden. Überraschungen sind aus Neusser Sicht nicht mehr zu erwarten. Die Strecke steht weitgehend fest und wurde jetzt im nicht-öffentlich tagenden "Arbeitskreis Rad und Fuß" des Stadtrates vorgestellt. Hölters spricht von Vorzugsvariante, doch faktisch sind alle anderen Varianten - und das waren insgesamt sechs - vom Tisch.

Die Strecke verläuft nun vom Wendersplatz über Hammer Landstraße, Langemarckstraße und Stresemannallee zur Josef-Kardinal-Frings-Brücke. Im Detail:

Wendersplatz-Langemarckstraße Der Radschnellweg verläuft südlich der Hammer Landstraße (Rennbahnseite) allerdings nicht auf Höhe der Grasbahn sondern - wie der geplante Boulevard zum Rhein - auf Straßenniveau

Hammer Landstraße-Stresemannallee Fachplaner und Verwaltung bevorzugen eine Streckenführung nördlich der Langemarckstraße (Kirmesplatzseite) und damit außerhalb des Landschaftsschutzgebietes. Nachteil: Radfahrer müssten - "Autobahn" hin oder her - an der noch umzugestaltenden Kreuzung Hammer Land-/Langemarckstraße möglicherweise an einer Ampel halten. Vorteil: Der Bau einer Brücke, den eine Streckenführung auf der Rennbahnseite nötig machen würde, um den Radschnellweg in Höhe der Kreuzung Stresemannallee über die Langemarckstraße zu führen, würde unnötig. Heribert Adamsky fände diese "Rennbahn"-Option verkehrstechnisch interessanter, auch weil der Ampelstopp entfiele. Die Aussage von Experten, dass dieser Halt die Radfahrer unter dem Strich kaum Zeit kosten wird, sieht er eher kritisch.

Stresemannallee-Südbrücke Auf der Nordseite der Stresemannallee wird der Radweg - mit Vorfahrt an der Einmündung Schanzenstraße - am Höffner-Möbelhaus vorbeigeführt. Die Trasse dafür wurde bei der Planung ebenso freigehalten wie der Platz für die Rampe, damit Radler auf einer neuen Brücke über den Willy-Brandt-Ring zur Nordseite der Frings-Brücke kommen.

Quelle: NGZ
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