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Studie
Neuss ist nur digitales Mittelmaß

Studie: Neuss ist nur digitales Mittelmaß
Nach Angaben von PWC gibt es in Neuss 582 zugelassene e-Pkw - aber bei weitem nicht genügend Ladestationen. FOTO: Warnecke
Neuss. Eine Studie zeigt, dass Neuss beim Thema "Digitale Mobilität" noch hinterher hinkt. Dennoch wurden bereits einige Dinge auf den Weg gebracht. Die Zukunftskommission Digitale Agenda will nun Konzepte von Start-ups einholen. Von Simon Janssen

Wer über Digitalisierung im Bereich der Mobilität spricht, der muss die Klaviatur der Zukunftsmusik beherrschen. Ob autonomes Fahren oder kompletter Verzicht auf den Verbrennungsmotor: Experten sind sich sicher - kommt irgendwann, aber dauert noch. Doch was kann im Bereich digitale Mobilität jetzt schon getan werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Zukunftskommission Digitale Agenda in ihrer jüngsten Sitzung.

Für ein Gastspiel wurde unter anderem Sven-Joachim Otto eingeladen. Der Jurist stellte eine Studie der GmbH "PricewaterhouseCoopers International" (PWC) vor, für die er tätig ist. Dabei handelt es sich um ein globales Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmens- beziehungweise Managementberatung.

In seinem Vortrag ging der 48-Jährige auch auf den Standort Neuss ein. Und gab Einschätzungen, wie Neuss bei der digitalen Mobilität aufgestellt ist. Dazu zog er den - etwas unfairen - Vergleich zu den 25 deutschen Städten, die dort am besten gerüstet sind. An der Spitze stehen Hamburg, Stuttgart und Berlin. Ottos Tenor: Neuss hat bereits einiges auf den Weg gebracht, aber da geht noch viel mehr.

Beim Thema Digitalisierung der Verkehrsinfrastruktur befinde sich Neuss im Vergleich zu den Top-25-Städten nur im unteren Drittel. Zwar sei unter anderem ein Parkplatz-Informationssystem vorhanden, jedoch existiere keine Echtzeitsteuerung von Verkehrsströmen und ein aktuelles Konzept zur digitalen Infrastruktur sei bislang nicht veröffentlicht worden.

Auch im Bereich Elektromobilität gebe es Nachbesserungsbedarf. So existierten bisher keine reinen Elektrobusse (nur sieben Hybridbusse) und die Anzahl öffentlicher Ladepunkte sei "sehr gering". Positiv hervor steche das E-Carsharing der Stadtwerke und die 1000 kostenfreien Parkplätze für elektrische Autos.

Als konkrete Handlungsempfehlungen gab er der Kommission unter anderem die Einführung von Bikesharing, Vernetzungen mit Düsseldorf, den Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur und die Einführung digitaler Bezahlmöglichkeiten für öffentliche Parkplätze.

Das Thema Parken spielte bei der jüngsten Sitzung in der Alten Schmiede eine übergeordnete Rolle. Mit einfließen soll der Aspekt auch bei dem geplanten Mobilitätspreis für Start-up-Unternehmen, den die Mitglieder auf den Weg bringen möchten. "Wir stellen eine bestimmte Summe zur Verfügung und Startups können sich bewerben", sagte Baudezernent Christoph Hölters. Es gehe darum, "einfach mal was auszuprobieren". Auch Thomas Kaumanns (CDU), Vorsitzender der Zukunftskommission, forderte generell mehr Mut beim Thema Digitalisierung: "Man muss Dinge auch einfach mal machen."

Mehr Mut wünscht sich auch Michael Ziege (SPD), betonte jedoch gleichzeitig, dass sich Neuss beim Thema Digitalisierung nicht verstecken müsse. So sei bereits vieles auf den Weg gebracht worden: "Gerade beim Thema Mobilität sind wir relativ weit." Die Handlungsempfehlungen der Zukunftskommission werden in einem Abschlussbericht zusammengetragen. Der soll im Juli schließlich in den Rat kommen, damit erneut diskutiert werden kann - und zwar ganz analog.

Quelle: NGZ
 
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