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Neuss
Neues Leichtathletik-Zentrum eröffnet

Neuss: Leichtathletik-Zentrum hat eröffnet
Die Ludwig-Wolker-Sportanlage wurde gestern mit einem Sportabzeichen-Fest der Neusser Schulen eröffnet. Die Anlage in der Pomona wurde zu einem Leichtathletikzentrum umgebaut. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. In 13 Monaten Bauzeit wurde die Bezirkssportanlage an der Weberstraße zu einer Wettkampfstätte umgeformt, in der auch höherrangige Meisterschaften ausgetragen werden können. Zur Eröffnung gab es ein Sportfest der Schulen. Von Christoph Kleinau

Heinz London konnte gestern nicht dabei sein. Ausgerechnet. Aber der SPD-Politiker, der über Jahre immer wieder ein eigenes Zentrum für die gut zehn Leichtathletik treibenden Sportvereine gefordert hatte, wird in zwei Wochen kommen, wenn die Ludwig-Wolker-Sportanlage ihre erste echte Bewährungsprobe als Wettkampfstätte zu bestehen hat. Denn mit den Deutschen Meisterschaften der Gehörlosensportler wird in Neuss endlich einmal eine höherrangige Meisterschaft in Neuss ausgetragen. Und dafür wurde der 1,85 Millionen teure Umbau ja auch gemacht.

Aber eben nicht nur. Das zeigte die gestrige Eröffnungsfeier, deren offiziellen Teil viele auf der Anlage kaum zur Kenntnis nahmen. Denn die 500 Jugendlichen, die sich in dem weiten Rund mühten, hatten anderes zu tun, wollten das Deutsche Sportabzeichen bestehen.

Die große Zahl der Sportler ließ es im Stadion trotzdem nie wirklich eng werden. "Man sieht, dass es kein Kapazitätsproblem gibt", sagt Guido Kluth, der Vorsitzende der auf der Anlage beheimateten DJK Rheinkraft. Er erwartet künftig an so sommerlichen Tagen wie gestern bis zu 1000 Schüler auf der Anlage. Täglich. "Seine" Anlage soll und wird damit auch dem Sportunterricht an den neun Schulen in unmittelbarer Nachbarschaft des Stadions neue Impulse geben.

An den Sportanlagen wurde noch bis Sonntagabend unter Hochdruck gearbeitet, die letzten Gerätschaften wie Hürden, Matten oder Startblöcke werden nach Auskunft des Landschaftsarchitekten Norbert Seegers, der die Umwandlung der Bezirkssportanlage an der Weberstraße geplant hat, in den nächsten Tagen kommen.

Sein Job ist dann getan - und die DJK am Zug. Sie wird die Anlage bis Ende Oktober um einen Gehörlosenparcours erweitern, den der Verein aus eigenen und Spendenmitteln bezahlen wird. Elf Geräte wird dieser Parcours haben, an denen Gleichgewichtssinn und Koordination trainiert werden können. "Damit kann man auch eine Unterrichtsstunde gut gestalten", sagt Kluth in Richtung Schulen.

Herzstück des Leichtathletikzentrums sind die Kunststoffbahn und eine überdachte Sprintstrecke an der Tribüne. "Neuss war eine der wenigen Städte im Umkreis, die das nicht hatte", sagte Bürgermeister Herbert Napp bei der Einweihung. Er zeigte sich überzeugt, dass unter den neuen Bedingungen nun "jede Menge Rekorde und Pokale erkämpft werden."

Peter Orth, zweiter Vorsitzender der DJK und lange Kämpfer für eine Kunststoffbahn, ist mit dem neuen Etikett "Leichtathletikzentrum" nicht so ganz glücklich. "Bei der DJK wird auch weiter Fußball gespielt", stellt er mit Blick auf das zweite starke Standbein der Rheinkraft klar. Und das sogar auf einem schönen Rasenplatz. Der wurde im Zuge des Umbaus neu angelegt und wird wohl nie durch einen der von vielen Vereinen so heiß ersehnten Kunstrasenplätze ersetzt werden. Die Speerwerfer, Kugelstoßer oder Diskuswerfer würden eine solche Spielfläche schlichtweg ruinieren. Und das in Rekordzeit.

Quelle: NGZ
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