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Neuss
"Neuss packt an" fordert mehr Platz für Obdachlose

Neuss. Die Initiative "Neuss packt an" übt Kritik an der Stadtverwaltung. Diese hatte unlängst auf Anfrage von Günter Weinert (AfD) Zahlen zu Obdachlosen in Neuss vorgelegt. Demnach halten sich regelmäßig zwischen 34 und 38 wohnungslose Männer in der Übernachtungseinrichtung am Derendorfweg auf, zudem finden 38 Männer Unterkunft und Betreuung im Haus Lebensbrücke an der Normannenstraße. Wohnungslose Frauen gebe es in Neuss kaum, sie würden in Hotelzimmern untergebracht. Eine Bürgerin, die sich bei "Neuss packt an" für die Wohnungslosen engagiert und namentlich nicht genannt werden möchte, schüttelt angesichts der Zahlen nur den Kopf. "Die Stadt verharmlost die Situation", sagt sie. "Es gibt viele Obdachlose, die sich permanent in Neuss aufhalten und zum Beispiel in Häusereingängen oder Eingängen zu Geldinstituten schlafen müssen." Die Initiative "Neuss packt an" fordert daher, dass die Stadt mehr Schlafplätze in ihren Einrichtungen für Wohnungslose schaffen soll. Von Andreas Buchbauer

Die Stadt widerspricht, dass Bedarf bestehe. Die Einrichtung am Derendorfweg verfüge über eine Platzkapazität von 50 Plätzen. "Davon sind derzeit im Schnitt über 36 Plätze jede Nacht belegt. In Spitzenzeiten hatten wir schon über 40 Personen untergebracht", teilt Michael Kloppenburg, Leiter des städtischen Presseamtes, mit. Die Einrichtung ist auf zwei Etagen verteilt. Sowohl aus organisatorischen Gründen, als auch aus Gründen der Sicherheit, werden zunächst alle Plätze in einem Zimmer belegt, bevor ein weiteres geöffnet wird. Zwischen 17 und 23 Uhr seien stets zwei Mitarbeiter der Stadt vor Ort. "Auf Grund des hohen Übernachtungsaufkommens sind wir gerade dabei, die Personalsituation und Dienstzeiten zu überdenken. Sofern die Zahl der Übernachter nicht geringer wird, sollen mittelfristig mehr Sozialarbeiter/Sozialpädagogen und hauptamtliche Übernachtungspförtner eingesetzt werden", teilt Kloppenburg mit. Grundsätzlich werde keine Person mit Übernachtungsbedarf abgewiesen.

Ob ein längerer Aufenthalt geduldet wird, hänge von der Situation des Betroffenen ab. Personen, die über eigenen Wohnraum verfügen, werden nicht aufgenommen. Es könne auch zutreffen, dass Personen die Übernachtungsstelle nicht aufsuchen und draußen campieren.

Quelle: NGZ
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