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Landgericht
Neusser Terrorverdächtiger bleibt vorerst hinter Gittern

Neuss: Terrorverdächtiger bleibt vorerst im Gefängnis
Der Terrorverdächtige an der Seite seines Verteidigers. FOTO: lber
Neuss. Auch der zweite Versuch des Neusser Terrorverdächtigen, aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden, ist gescheitert. Erst Ende Juli könnte er vorläufig freikommen.

Das Landgericht hat den Antrag des jungen Manns zunächst zurückgewiesen, das teilte Ralf Herrenbrück von der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Dienstag auf Nachfrage mit. Der 21-Jährige hatte jüngst Haftbeschwerde eingelegt und war persönlich vor dem Landgericht Düsseldorf angehört worden. Drei Richter mussten danach unter anderem abwägen, ob weiterhin Fluchtgefahr besteht - und beantworteten die Frage mit einem Ja.

Verhandlungstermin ist weiter nicht in Sicht

Bereits Anfang März war der Verdächtige vor dem Neusser Amtsgericht angehört worden, nachdem er Haftprüfungsantrag gestellt hatte. Das Amtsgericht entschied sich - wie nun auch das Landgericht - gegen eine Freilassung des Verdächtigen, dem vorgeworfen wird, bei der Vorbereitung eines geplanten Anschlags in Wien geholfen zu haben.

Ein Verhandlungstermin ist jedoch noch nicht in Sicht, da die umfangreichen Ermittlungen in dem Fall andauern. Wie Herrenbrück mitteilte, haben sich jüngst Staatsanwälte aus Deutschland und Österreich zu einem persönlichen Austausch getroffen. "Die internationalen Ermittlungen verzögern die Sache ein wenig", sagt der Oberstaatsanwalt. Die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens lehnte der Verdächtige bislang ab.

Ende Juli könnte das Oberlandesgericht prüfen

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Der Neusser kann zwar jederzeit erneut Haftprüfung beantragen, dies sei laut Herrenbrück aufgrund der geringen Erfolgsaussichten jedoch wenig sinnvoll. Sollte es nach sechs Monaten hinter Gittern noch kein Urteil geben, dann prüft das Oberlandesgericht, ob die Untersuchungshaft weiterhin aufrecht gehalten werden kann.

"Da geht es um einen dringenden Tatverdacht und nicht um eine sichere Schuld", erklärt Herrenbrück. Diese gesetzlich geregelte Frist greift im Fall des Neusser Terrorverdächtigen erst Ende Juli.

(jasi)
 
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