| 17.07 Uhr

Quirinus-Gymnasium in Neuss
Abifeier nach üblem Streich vor der Absage

Neuss: Übler Abistreich 2017 am Quirinus-Gymnasium empört Lehrer und Eltern
Blick auf das Neusser Quirinus-Gymnasium. FOTO: Woitschützke, Andreas
Neuss. Mehrere sexuelle Darstellungen, die Lehrer gezielt diffamieren, sorgen für Ärger am Quirinus-Gymnasium in Neuss. Die Abifeier am 30. Juni könnte abgesagt werden, drei Lehrer haben ihr Mitwirken am Abi-Gottesdienst bereits abgesagt. Von Simon Janssen

Ein 20 Zentimeter großer Kunst-Penis unter einer Glasvitrine, diffamierte Lehrer – eine mögliche Absage der Abifeier am 30. Juni: Der Streich, den sich einige angehende Abiturienten des Quirinus-Gymnasiums in Neuss Anfang April leisteten, erregt die Gemüter. Doch was war genau passiert?

Nach aktuellen Erkenntnissen haben Schüler der Q2 mit mehreren Aktionen den Unmut ihrer Lehrer auf sich gezogen. Im Foyer wurde eine rund zwei Meter große Abbildung eines männlichen Geschlechtsteils an die Wand geklebt. Die ebenfalls aufgeklebten Spermien bedecken Fotos einiger Lehrer.

Lehrer: "Entsetzt über sexistische Darstellung"

Darüber hinaus wurde ein rund 20 Zentimeter großes männliches Geschlechtsteil unter einer Glasvitrine vor dem Verwaltungsgang platziert – auf einem Zettel stand ein Satz, der sich ebenfalls an das Lehrerkollegium richtet, aufgrund seiner Fäkalsprache jedoch nicht zitieren lässt.

Drei Lehrerinnen legten als Reaktion auf Aktion ihre Tätigkeiten als Mitorganisatoren des Abi-Gottesdienstes nieder. "Wir sind ausgesprochen entsetzt über diese sexistischen, überaus niveaulosen, sehr respektlosen und ehrabschneidenden bildlichen Darstellungen sowie schriftlich gemachten Äußerungen, die das gesamte Lehrerkollegium diffamieren", teilten die drei in einem Brief an die anderen Mitglieder des Komitees mit. Aufkeimende Gerüchte, der Gottesdienst würde abgesagt, dementierte Schulleiter Ulrich Dauben auf Nachfrage unserer Redaktion. Ob jedoch die Abifeier tatsächlich stattfinden wird, soll noch geprüft werden.

Schulleitung und Eltern reagieren entsetzt

Dauben findet deutliche Worte zu der Aktion: "Das sind Dinge, die nicht zu akzeptieren sind. Wir bemühen uns um eine sachgemäße Aufklärung", so der Schulleiter. Im Vordergrund stünde die Frage, von wem die Aktion ausging. "Wir möchten eine pauschale Verurteilung vermeiden", sagt Dauben, der angibt, dass Eltern mit Entsetzen auf die Aktion reagiert hätten.

Von Sanktionen möchte Dauben noch nicht sprechen, sondern von "Entscheidungen". Momentan lasse man sich nicht nur rechtlich beraten, sondern stehe auch im Austausch mit dem Träger und Schülersprechern. Das Thema soll zudem auf der Agenda einer Dienstbesprechung des Lehrerkollegiums am morgigen Mittwoch stehen.

In dem Schreiben der Lehrerinnen ist zwar von einem "Mehrheitsbeschluss der Q2" die Rede, Dauben relativiert dies jedoch: "Der Gruppe der Verursacher ist sicherlich nicht riesig. Aber immerhin sind viele Schüler der Stufe informiert gewesen und haben sich nicht dagegengestellt." Rechtliche Konsequenzen schließt er nicht aus: "Es kann sein, dass Kollegen Anzeige erstatten."

 
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