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Kartonfabrik Neuss
Ursache für 28-Stunden-Brand weiter ungeklärt

Feuer in Papierfabrik in Neuss
Feuer in Papierfabrik in Neuss FOTO: Daniel Bothe
Neuss. Als die Feuerwehr am Samstagabend ihren Einsatz bei FS Karton als beendet meldete, lagen 28 Stunden intensiver Arbeit hinter ihr. Die Ursache ist unterdessen weiter ungeklärt.

Mit bis zu 120 Kräften sowie Unterstützung aus dem ganzen Rhein-Kreis, Düsseldorf und Duisburg, Rettungsdienst, THW und Polizei, hatten die Feuerwehrleute den Brand im Barbaraviertel gelöscht. Ausgebrochen war das Feuer im Außenlager der Papierfabrik am frühen Freitagnachmittag. Die Polizei nahm Ermittlungen zur Brandursache auf.

Am Montag gaben die Beamten nun einen ersten Zwischenstand ab: Die Ermittlungen laufen weiter, die genaue Ursache ist weiterhin ungeklärt. Doch eine Erkenntnis scheint sich zu bestätigen: "Eine vorsätzliche Brandlegung kann nach derzeitigem Stand ausgeschlossen werden", teilte die Polizei mit. 

Genau um 14.08 Uhr war die Feuerwehr an die Düsseldorfer Straße gerufen worden. "Durch massiven Wassererinsatz, zeitweise 20.000 Liter pro Minute, konnte der Brand auf das Außenlager begrenzt werden und ein Übergreifen auf benachbarte Gebäude und die Produktionsanlagen verhindert werden", berichtet sie. Weil das Löschwasser teilweise aus dem Rhein gepumpt wurde, musste die Düsseldorfer Straße gesperrt werden.

Gegen 22 Uhr kam es am Freitagabend dort, an der Einmündung zur Blücherstraße, zu einem Unfall: Eine 37-jährige Neusserin, die aus Richtung Gneisenaustraße kam, wendete wegen der Sperrung ihren Audi TT und fuhr entgegen der Einbahnstraße zurück. Ein dreijähriger Junge lief plötzlich auf die Fahrbahn. Der Junge wurde seitlich von dem Auto getroffen. Laut eines Zeugen habe die Audi-Fahrerin das Kind aufgrund eines Containers nicht sehen können, berichtet die Polizei. Das Kind wurde zur stationären Behandlung ins Lukaskrankenhaus gebracht, schien aber glücklichweise nur leicht verletzt worden zu sein, heißt es weiter.

Betroffen von der Sperrung war auch das Theater am Schlachthof (TaS). Dort sollte Freitagabend das Seniorenensemble auftreten. "Genau vor unserer Tür lag ein Wasserschlauch. Mit dem Auto kam niemand durch. Auch die U-Bahnen fuhren nicht", berichtet TaS-Geschäftsführerin Britta Franken. Dennoch habe sich das Ensemble zum Spielen entschieden. "Und es sind tatsächlich 60 der erwarteten 80 Zuschauer zur Vorstellung gekommen. Lauter Senioren, die sich vom Parkplatz bei Adler an der Römerstraße trotz der Hitze zu Fuß auf den Weg zu uns gemacht haben - das war wirklich toll", berichtet Franken begeistert.

Samstagvormittag war der Schlauch vor dem Theater ebenso eingerollt wie die übrigen, mit dennen Wasser aus dem Rhein gepumpt worden war. Um 9.45 Uhr gaben Polizei und Feuerwehr die Düsseldorfer Straße wieder frei. Das gelöschte Papier wurde zur Deponie nach Grefrath gebracht. Insgesamt 50 Einsatzkräfte überprüften Gelände und abgefahrenes Brandgut auf Glutnester.

(dagi)
 
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