| 19.26 Uhr

Hafenstraße in Neuss
Zeugen melden Schüsse bei Massenschlägerei

Massenschlägerei mit 25 Beteiligten in Neuss
Massenschlägerei mit 25 Beteiligten in Neuss FOTO: Daniel Bothe
Neuss. Nach der Massenschlägerei am Freitagabend in Neuss sucht die Polizei weitere Zeugen. Anwohner hatten berichtet, es seien Schüsse gefallen. Das kann die Polizei bislang nicht bestätigen, ermittelt aber auch in diese Richtung.

Eine Gruppe von etwa 25 Personen hat sich an der Hafenstraße/Ecke Bleichstraße am Freitagabend eine Schlägerei geliefert. Dabei wurden drei Männer im Alter von 16, 23 und 43 Jahren verletzt, zwei davon wurden wegen Schnitt- beziehungsweise Stichverletzungen zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Die beiden Männer kommen laut Polizei aus Wuppertal. Anwohner hatten gegen 22 Uhr die Polizei gerufen und unter anderem berichtet, dass an der Hafenstraße Schüsse zu hören gewesen seien. Polizeisprecherin Diane Drawe erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass die Ermittlungen noch laufen. "Schusswaffen wurden allerdings nicht vorgefunden."

Als die Beamten am Freitagabend an der Hafenstraße eintrafen, hatte sich die Situation schon beruhigt. Mehrere Männer hielten sich jedoch noch vor Ort auf, machten allerdings keine Angaben zu einer Auseinandersetzung. Bei den Kontrahenten handelt es sich offenbar um zwei Großfamilien. Polizeibeamte nahmen einen Verdächtigen aus Neuss (37) im Zuge der sofort eingeleiteten Fahndung an der Batteriestraße in einem Auto vorläufig fest. "Der Mann ist inzwischen nicht mehr in Haft", erklärte Drawe am Sonntag. Im Fokus der Ermittlungen stehen ein 19 und ein 46 Jahre alter Tatverdächtiger. Gegen die beiden wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Beamte aus umliegenden Behörden unterstützten die Fahndungsmaßnahmen der Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Der Großeinsatz sorgte nicht nur im Innenstadtbereich für Aufsehen. Auch vor dem Krankenhaus, in das die beiden Verletzten gebracht wurden, hatten sich am späten Freitagabend offenbar viele Angehörige und Bekannte versammelt. Das berichtete eine Augenzeugin im Gespräch mit unserer Redaktion. "Auch mehrere Polizisten waren vor Ort", sagte sie. "Die Leute verhielten sich ruhig - dennoch war es eine seltsame Atmosphäre." Die Polizei ermittelt nun die Hintergründe der Tat - auch mit Blick auf mögliche Schüsse. Hinweise nimmt die Kripo unter der Telefonnummer 02131 3000 entgegen.

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass die Beamten mit einem größeren Aufgebot an der Hafenstraße anrücken mussten. Am 3. April war es vor einem Wettbüro zu einer Schießerei gekommen. Dabei wurde ein 39 Jahre alter Mann mit Wohnsitz in Neuss schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Später hieß es, es habe sich um eine Abrechnung unter kleinen Ganoven gehandelt. Der damalige Fall war laut Polizei der erste seit Jahren, bei dem in Neuss eine "scharfe Schusswaffe" zum Einsatz gekommen sei.

(abu)
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