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Prisma-Hype
Neuss - zwischen App-Kitsch und Foto-Kunst

Neusser Sehenswürdigkeiten als Prisma-Kunstwerke
Neusser Sehenswürdigkeiten als Prisma-Kunstwerke FOTO: Simon Janssen/Prisma-App
Neuss. Die Foto-App "Prisma" ist der Hype der Stunde. Sie verwandelt Fotos in Kunstwerke - und bietet neue Perspektiven auf Vertrautes. Wir haben vier Neusser Sehenswürdigkeiten fotografiert und die Fotos mit der App verwandelt.

Fast über Nacht sind die Nutzerzahlen der Foto-Bearbeitungs-App "Prisma" geradezu explodiert. Wer bei Facebook aktiv ist, konnte sich des Hypes und der Bilderflut in den vergangenen Tagen kaum erwehren. Es sind in erster Linie iPhone-Nutzer, die ihren Fotos mit der App einen "kunstgeschichtlichen Look" gönnen, denn fürs Android-Betriebssystem ist die App des Entwicklers Alexey Moiseyenkov noch nicht verfügbar. Prisma verwandelt die Bilder in kleine Kunstwerke. Das nutzen derzeit auch viele Neusser und posten ihre verwandelten Werke auf Facebook oder versenden sie via WhatsApp.

Die NGZ-Redaktion hat gestern mal ein bisschen im Archiv gewühlt und geschaut, wie sich Neusser Schätzchen im Look berühmter Kunstwerke so machen. Einer der Wächter von Anatol, die auf der Museumsinsel Hombroich im Original zu bestaunen sind, wird so plötzlich zum Mondrian-Bild. Und im Tokyo-Look - insgesamt gibt es bei "Prisma" mehr als 20 verschiedene Filter - wirkt er eine Sekunde später schon ganz anders. Nicht anders ist es mit Kirmes-Bildern vom Neusser Schützenfest, deren Stimmung sich je nach verwendetem Filter stets wandelt. "Coloured Sky" zum Beispiel zaubert eine leichte Abenddämmerung über die Szenerie, die blaue Stunde rückt näher, die Farben verschwimmen, flirren, machen den Sommerabend geradezu spürbar.

Hier gibt es die Prisma-Kunstwerke in einer Bilderstrecke.

Neue App verwandelt NRW-Städte in Kunstwerke FOTO: Foto: Andreas Endermann/bearbeitet: Prisma

Das Quirinus-Münster hingegen wirkt mit einem Filter fast schon winterlich verschneit, obwohl das Originalbild aus dem Hochsommer stammt. Wieder ein anderer Filter lässt die altehrwürdige Kirche als hellen Gegenpol in schwarzer Nacht erscheinen - als Trutzburg und Ort der Zuflucht. Und wieder anders bearbeitet kommt sie bunt daher, ein Ort des Lebens vor blauem Himmel.

Spannend auch, was die App aus der Kardinal-Frings-Statue macht. Fast schon wie aus einer Graphic Novel kommt der Geistliche plötzlich daher, der am 6. Februar 1887 in Neuss geboren wurde und in den 1960er Jahren als Bischof zu den Teilnehmern des Zweiten Vatikanischen Konzils zählte.

Keine Frage: Bildbearbeitungsprogramme wie die Foto-App "Prisma" ermöglichen es Nutzern, nicht nur sich selbst ganz anders in Szene zu setzen, sondern auch Vertrautes wie ihre Heimatstadt neu zu entdecken. Fotografien - das sind schließlich nicht nur Momentaufnahmen, sondern kleine Kunstwerke. Ganz unbedarft sollte man jedoch nicht mit der "Prisma"-App umgehen - insbesondere mit Blick auf Bildrechte und Nutzungsbedingungen.

Nicht nur Neuss, auch andere Städte in NRW haben Sehenswürdigkeiten mit Prisma-Potenzial. Hier geht es zu den Bildern aus Köln, Düsseldorf und Co.

(abu)
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