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Neuss
Neusser Flüchtlingsheim steht unter Quarantäne

Neusser Flüchtlingsheim steht unter Quarantäne
Die Landeseinrichtung darf vorerst keine Asylbewerber aufnehmen. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)
Neuss. Weil ein Bewohner an Windpocken erkrankt ist, hat das Gesundheitsamt ein Aufnahmeverbot verhängt. 477 Personen wohnen zurzeit in der Zentralen Unterbringungseinrichtung im ehemaligen Alexianer-Krankenhaus. Von Susanne Genath

Die dürfen vorerst das Haus nicht verlassen. "Seit Freitag ist dort ein Windpockenfall bekannt", berichtet Amtsarzt Dr. Michael Dörr. "Seitdem steht das Heim unter Quarantäne." Das Kreisgesundheitsamt habe wegen der Ansteckungsgefahr ein Aufnahmeverbot verhängt. "Ausnahmen gelten nur für Flüchtlinge, bei denen Blutuntersuchungen zeigen, dass sie gegen Windpocken durch eine frühere Erkrankung oder - in seltenen Fällen - durch Impfung immun sind", sagt Dörr. Entsprechende Blutkontrollen würden nun durchgeführt. Alle schwangeren Frauen müssten zudem frauenärztlich abklären lassen, ob sie ausreichend geschützt seien.

Das Neusser Durchgangsheim ist nicht das einzige, das im Moment mit Windpocken zu kämpfen hat. Auch acht andere Häuser in Nordrhein-Westfalen sind betroffen, teilt die Bezirksregierung Arnsberg mit. "Grundsätzlich gilt die Quarantäne für zwei Wochen", erklärt Amtsarzt Dörr. "Sobald sich jemand ansteckt, verlängert sich die Frist allerdings um weitere zwei Wochen." Dies sei bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit - in der Regel gebe es eine Windpockenerkrankung pro Jahr in dem Heim - fast immer eingetreten. "Das längste Aufnahmeverbot dauerte bislang sechs Wochen."

Niedergelassene Ärzte - ein Kinderarzt und drei Allgemeinmediziner - behandelten die Flüchtlinge in dem Heim. Für die Mitarbeiter der Betreibergesellschaft European Homecare bestehe keine Gefahr, sagt der Amtsarzt. "Sie sind darin geschult, wie sie mit ansteckenden Krankheiten umzugehen haben. Bislang hat sich keiner angesteckt." Auch die Bevölkerung sei nicht gefährdet. "Die Menschen halten sich immer nur kurz in dem Heim auf. Die Kinder gehen hier weder in die Schule noch in den Kindergarten", sagt Sozialdezernent Stefan Hahn. Für die Stadt habe der Windpockenfall daher keine Auswirkungen.

Quelle: NGZ
 
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