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Vorwürfe im "Spiegel"
Neusser Schützen stehen hinter UN-Botschafter Heusgen

Vorwürfe im "Spiegel": Neusser Schützen stehen hinter UN-Botschafter Heusgen
Schützenlustball 2011 in Neuss: der damalige US-Botschafter Philip D. Murphy mit Ehefrau Tammy (links) und Christoph Heusgen, zu dieser Zeit außenpolitischer Berater von Kanzlerin Angela Merkel, mit seiner Frau Ina. FOTO: omonsky
Neuss. Der aus Neuss stammende UN-Botschafter Christoph Heusgen ist unter Druck geraten. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" wirft ihm vor, seiner Frau Ina bei den Vereinten Nationen einen Job verschafft zu haben - und das auf zumindest fragwürdige Weise.

Während viele Politiker diese Angelegenheit unkommentiert lassen, bekommt Heusgen vor allem aus dem Kreis der Neusser Schützen volle Rückendeckung.

"Es ist doch normal, dass man versucht, seine Frau nicht zuhause sitzen zu lassen, sondern ihr hilft, eine adäquate Beschäftigung zu finden", sagt Oberschützenmeister Martin Flecken, designierter Schützenpräsident und Heusgens Kamerad im Schützenlustzug "Nur so". Und Schützenpräsident Thomas Nickel ergänzt, er glaube nicht, dass das im "Spiegel" beschriebene Vorgehen "der Stil von Christoph ist".

Heusgen hat seine Heimatstadt Neuss im Jahr 1973 verlassen und ist jetzt am Sitz der Vereinten Nationen in New York angekommen. Zuletzt war der 62-jährige außenpolitischer Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, seit September vertritt er Deutschland bei der Uno. Die Krönung seiner Diplomatenlaufbahn hat ihn in eine Stellung gebracht, die - glaubt man dem "Spiegel"- es ihm erlaubt, die Jobsuche für seine Frau mit etwas mehr Nachdruck zum Erfolg zu führen. So soll Heusgen in einer Mail an die Bürochefin des Uno-Generalsekretärs nicht nur auf die Kontakte seiner Frau in Berlin verwiesen haben, sondern auch auf den großen finanziellen Beitrag Deutschlands zum UN-Etat. Und er soll das Jobgesuch gleich mit einer Gehaltsforderung hinterlegt haben.

Als Frau mit einem Doktortitel in Medizin und einem in Jura sei Ina Heusgen nicht nur "höchst-qualifiziert", sagt Flecken, sie habe ja schließlich in Berlin auch ihren Job als stellvertretende Referatsleiterin im Auswärtigen Amt aufgegeben, damit die Familie zusammenbleiben kann. "Ich glaube, dass sie dort gute Arbeit machen wird", sagt auch Thomas Nickel überzeugt. Er kenne zwar nicht die Hintergründe, wie Heusgens Frau an den Job bei der Uno gekommen ist. Aber er weiß: "Sie war schon vor ihrem Mann in New York und hat dort bereits gearbeitet."

(-nau)
 
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