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Neuss
Neusser Ställe rüsten auf im Kampf gegen Satteldiebe

Neuss. Karl Heinz Spix hat aufgerüstet. "Ich habe zusätzliche Alarmanlagen eingebaut", sagt der Besitzer des Reitstalls "Am Fronhof" in Allerheiligen. Das sei auch im benachbarten Stall geschehen. Denn die Reiter seien in Habachtstellung. "Schließlich ist gerade wieder ein Stall in Düsseldorf-Eller aufgebrochen worden. Schon zum zweiten Mal."

Auch Spix hatte in einer Nacht im vergangenen Juli ungebetenen Besuch. Aus den Sattelkammern und Spinden vom "Fronhof" wurden damals alle Sättel gestohlen - insgesamt knapp 60 Stück. Nur die Satteldecken blieben zurück. Die Polizei vermutete damals, dass die Täter ihre Beute mit einem Lastwagen abtransportiert haben. Der Schaden: mehr als 60.000 Euro.

"Die Sättel wurden zwar in der Regel von den Versicherungen der Reiter ersetzt", berichtet der Hofbetreiber. Dennoch sei der Ärger für die Bestohlenen groß gewesen. Denn ein Sattel müsse Ross und Reiter passen und werde daher oft maßangefertigt. Gebrauchte Stücke, die ab etwa 800 Euro zu haben seien, müssten meist etwas verändert werden. "Es dauert teilweise bis zu acht Wochen, bis ein neuer Sattel da ist", sagt Spix. Einige Tiere hätten in dieser Zeit nur an der Longe bewegt werden können.

Mit dem Reiten aufgehört oder vom Hof abgewandert sei nach dem Vorfall aber keiner. "Es werden ja auch woanders Ställe aufgebrochen, zum Beispiel am Niederrhein", berichtet der Pferdefreund, der den Hof seit 17 Jahren mit seiner Familie betreibt. Was mit den gestohlenen Sätteln aus Allerheiligen passiert sei, wisse keiner. "Es gibt nur Mutmaßungen, dass sie Richtung Osten oder Südamerika gebracht wurden." Bestätigt sei dies aber nicht. "Bislang ist kein Sattel irgendwo wieder aufgetaucht, auch nicht im Internet", sagt Spix. Auch von den Tätern fehle jede Spur.

(sug)
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