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Neuss
Neusserin kämpft für den Vornamen "Novesia"

Neuss. Damit ihre Tochter Leandra Novesia heißen durfte, mussten Dennis und Annina Ortmüller Überzeugungsarbeit leisten. Von Andreas Buchbauer

Zu ihrer Heimatstadt Neuss hat Annina Ortmüller immer noch eine ganz besondere Beziehung. Die 34-Jährige, die inzwischen im hessischen Herborn lebt, ist in der Quirinus-Stadt geboren, hat in mehreren Stadtteilen gewohnt, ist aufs Marie-Curie-Gymnasium gegangen und hat schließlich ihre Ausbildung zur Bürokauffrau bei UPS gemacht. Und als klar war, dass Annina Ortmüller schwanger ist, stand fest: Wenn's ein Töchterchen wird, dann soll das Mädchen mit zweitem Vornamen Novesia heißen. Und wird's ein Junge, wird es ein Quirinus.

Es wurde ein Mädchen, und das stellte Annina Ortmüller und ihren Mann Dennis vor ein Problem: Das Ehepaar musste beim zuständigen Standesamt in Gießen erst mal Überzeugungsarbeit leisten, damit das Kind mit zweitem Vornamen tatsächlich "Novesia" heißen darf.

Dennis und Annina Ortmüller suchten daher nach Unterstützung. Denn wer einer Neusserin erzählt, "Novesia" sei gar kein Name, der hat die Rechnung natürlich ohne das Neuss-Gen gemacht. Das trägt schließlich eine enorme Heimatverbundenheit in sich - und das Vermögen, sich dafür mit viel Herzblut einzusetzen.

Doch ganz ohne Schützenhilfe ging es nicht. "Um die Standesbeamten zu überzeugen, haben wir schließlich Unterstützung von der Uni Leipzig erhalten", sagt Annina Ortmüller. "Dort gibt es Experten, die sich mit Vornamen beschäftigen." Und zwar auf wissenschaftliche Art und Weise. Nachdem sich Dennis und Annina Ortmüller an das an der Uni Leipzig angesiedelte Namenkundliche Institut gewandt hatten, gab es ein Schreiben, das die "Eintragungsfähigkeit des Namens Novesia als weiblicher Vorname" zur Vorlage beim Standesamt darlegt. "Und damit hatten wir schließlich Erfolg", sagt Annina Ortmüller.

Ihre Tochter heißt nun Leandra Novesia - und wird die Heimat ihrer Mutter stets im Namen bei sich tragen. Ein schöner Gedanke, fand auch Annina Ortmüllers Ehemann Dennis. Er unterstützte das Vorhaben seiner Frau tatkräftig - auch wenn er selbst nicht aus Neuss kommt.

Quelle: NGZ
 
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