| 00.00 Uhr

Neuss
NGZ-Leser nutzen Telefon-Aktion

Neuss. Dr. Werner Moser, Dr. Andreas Breil und Marianne Wangler stellten sich gestern Fragen von NGZ-Lesern rund um das Thema "Chronischer Schmerz". Von Simon Janssen

Eine Stunde lang hatten Leser der Neuß-Grevenbroicher Zeitung gestern die Möglichkeit, fachmännische Beratung zum Thema "Chronischer Schmerz" zu erhalten. Zu Gast in der NGZ-Redaktion waren

Dr. Werner Moser, Dr. Andreas Breil und Marianne Wangler von der noch jungen Abteilung Schmerzmedizin am Johanna-Etienne-Krankenhaus (JEK).

"Vom Rücken-, Nackenschmerzpatienten bis hin zur Migräne war alles mit dabei" resümierte Dr. Moser. Zwar sei es für ihn und seine Kollegen sehr schwer, am Telefon Ferndiagnosen zu erstellen, "in einem konkreten Fall habe ich einem Nackenschmerzpatienten aber empfohlen, seine Medikamente kontinuierlich einzunehmen - und nicht nach Bedarf", so der Mediziner. Einem Anrufer, der über punktuelle Schulterschmerzen klagte, empfahl Moser, der bei der Telefonaktion insgesamt neun Anrufe entgegennahm, einen Orthopäden aufzusuchen.

Auch Marianne Wangler, die zu den "Pain Nurses" - also zu den Anästhesie-Schwestern, die diese Zusatzqualifikation erworben haben - zählt, war froh, ein offenes Ohr bieten zu können. "Viele Anrufer waren einfach froh, dass ihnen mal jemand zuhört - das hören wir immer wieder in der chronischen Schmerztherapie. Daten aufnehmen konnte ich in diesem Rahmen natürlich nicht, dafür habe ich meine Durchwahl im Krankenhaus gegeben", so Wangler.

Eine traurige Beobachtung Dr. Mosers: "Viele sagten, dass sie seit Jahren über chronische Schmerzen klagen und ihnen trotz zahlreicher Arztbesuche nicht geholfen werden konnte. Da spielen auch Themen wie sozialer Rückzug und Depression eine Rolle".

Bei Dr. Andreas Breil riefen durchweg betagte Patienten an. "Sieben mit Rücken-, einer mit Kopfschmerzen", so der junge Mediziner. Die meisten litten bereits seit mehreren Jahren unter den genannten Symptomen, "da geht es auch darum, die Leute zu ermutigen, nicht aufzugeben."

Die Abteilung Schmerzmedizin am Johanna-Etienne-Krankenhaus wurde im Oktober 2015 gegründet. Seitdem sind etwa 50 Patienten mit einer multi-modalen Schmerztherapie behandelt worden. Dazu zählen psycho-, physio-, ergo-, aber auch kunsttherapeutische Angebote. In einer multi-modalen Therapie wird der Schmerz behandelt, um eine Verbesserung zu erzielen.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Neuss: NGZ-Leser nutzen Telefon-Aktion


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.