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Neuss
Nickel will Jugendstil-Sammlung für Neuss

Neuss: Nickel will Jugendstil-Sammlung für Neuss
Thomas Nickel befürwortet die Annahme der Schenkung. FOTO: Stadt
Neuss. Der CDU-Ratsherr sieht keine Probleme bei der Finanzierung: "Neuss ist eine reiche Stadt."

Der langjährige CDU-Ratsherr und frühere Vize-Bürgermeister Thomas Nickel setzt sich vehement für die der Stadt von privater Seite angebotene Jugendstilsammlung ein. Man dürfe, sagt Nickel, die Jugend- oder Sozialpolitik nicht gegen die Kulturpolitik ausspielen. "Es ist politisch unredlich, eine einmalige Chance gegen laufende Ausgaben aufzurechnen." Manchmal müsse man auch in der Kommunalpolitik größer als üblich denken. "Ansonsten verfallen wir in eine selbstverschuldete Provinzialität."

"Neuss ist eine kleine, aber feine rheinische Großstadt", sagt er, und damit das so bleibe, müsse die Politik etwas tun. Die Annahme der Jugendstilsammlung biete genau dafür eine große Chance. "Diese Chance bietet sich uns nur einmal. Wir dürfen sie nicht ungenutzt verstreichen lassen", sagt Nickel weiter und erinnert an frühere "außergewöhnliche politische Möglichkeiten" wie Gründung und Aufbau der Deutschen Kammerakademie, die schon seit Jahrzehnten den Namen der Stadt in alle Welt trage. Ebenso erwähnte er das Shakespeare-Festival im Globe-Theater, das alljährlich viele Besucher in die Quirinusstadt locke. Neben kulturellen Highlights führte der Schützen-Präsident das Neusser Brauchtum und die anfangs sehr umstrittene Skihalle in Grefrath als überregionale Magneten an.

Nickel erinnert zudem an den kulturpolitischen Aufbruch der 1980er Jahre, der sich etwa mit dem Namen von Stadtdirektor Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff verbinde. "Heute gilt es, das gute kulturelle Angebot sinnvoll zu ergänzen."

Das Museum werde von der international bedeutsamen Sammlung insgesamt profitieren. Schließlich sei damit zu rechnen, dass auch die bereits vorhandenen Sammlungen und Exponate des Museums größeres Interesse hervorrufen würden.

Die Finanzierung des Projekts mache ihm keine Sorgen. "Neuss ist eine reiche Stadt", sagt Nickel, der seit vielen Jahren Mitglied im Finanzausschuss ist. Zwar gebe es ohne Zweifel strukturelle Herausforderungen im Haushalt, doch diese seien zu meistern. "Unser Gesamtvermögen ist immer noch enorm." Auch sei die wirtschaftliche Lage derzeit besonders gut. Nickel fragt: "Wann, wenn nicht jetzt?" Es werde kaum eine Zeit kommen, in der die wirtschaftliche und finanzielle Gesamtlage besser sei.

Nickel betonte, dass die international bedeutsame Jugendstilsammlung den Wirtschaftsstandort Neuss stärken werde. Seit langem schon seien auch die weichen Standortfaktoren Kultur und Freizeit bedeutsam.

Quelle: NGZ
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