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Neuss
Noch einmal 400 000 Euro für Kita-Plätze

Neuss: Noch einmal 400 000 Euro für Kita-Plätze
Kita-Betreuung auch für die ganz Kleinen – in Neuss liegt die Betreuungsquote dafür bei knapp 40 Prozent. Die Stadt will versuchen, Plätze möglichst wohnortnah zu vermitteln. FOTO: dpa, woi (archiv)
Neuss. Um sicherzustellen, das alle Kinder ab August einen Kita-Platz bekommen, investiert die Stadt noch einmal 400 000 Euro. Das Geld soll dieses und nächstes Jahr fließen und allen Altersgruppen zugute kommen. Von Hanna Koch

Die Stadt wird bis zum ersten August noch einmal massiv in die Kinderbetreuung investieren. Bis zu 400 000 Euro werden zusätzlich ausgegeben, um sicherzustellen, dass ab 1. August genügend Kita-Plätze f n zur Verfügung stehen. Denn ab dann gilt der Rechtsanspruch – sowohl für unterdreijährige, als auch überdreijährige Kinder.

"Unser Ziel ist eine Punktlandung", sagt Sozialdezernent Stefan Hahn, der im Jugendhilfeausschuss die aktuellen Pläne vortrug. "Wir wollen den erwarteten Bedarf an Kita-Plätzen so gut wie möglich decken."

Die zusätzlichen Mittel sollen dazu beitragen, dass alle Altersgruppen, also sowohl die jüngeren als auch die älteren Kinder, ab August Plätze in Neusser Kitas finden und bei Bedarf zusätzliche Notgruppen eingerichtet werden können.

Die 400 000 Euro, die in diesem und dem nächsten Haushaltsjahr verwendet werden sollen – die Stadt spricht in diesem Zusammenhang von "Maximalkosten" – sind im besten Fall nicht ganz verloren. Die Verwaltung setzt darauf, das Geld über Fördermittel des Landes erstattet zu bekommen. Damit wären ein Drittel der Aufwendungen über Zuschüsse gedeckt, der Rest wird dem Haushalt entnommen. Bis die Landesgelder jedoch fließen, muss die Stadt die komplette Summe vorfinanzieren.

Im Jugendhilfeausschuss legte Dezernent Hahn auch den aktuellen Kita-Bedarfsplan vor, der zeigt, wie die Betreuungsquote in der Stadt und ihren einzelnen Vierteln ist. Demnach kommt Neuss bei den Kindern ab drei Jahren mit 4409 Plätzen auf eine Betreuungsquote von 101,5 Prozent. Bei den jüngeren Kindern (U3) liegt die Quote bei 38,5 Prozent (1210 Plätze). Sie enthält aber nicht nur die Betreuung in Kitas (26,4 Prozent), sondern auch in der Tagespflege (12,1 Prozent).

Deutlich wurde im Jugendhilfeausschuss, dem auch die unterschiedlichen Kita-Träger, etwa Diakonie und Caritas, angehören, dass die Kindertagesstätten längst nicht ausgebucht sind. Nicht immer sei es jedoch möglich, den Eltern eine bestimmte "Wunsch-Kita" zu vermitteln, sagt Hahn. "Wohl aber versuchen wir, wohnortnah nach Alternativen zu suchen", kündigte der Dezernent an, der darauf hinwies, dass auch ein Platz in der Tagespflege dazu zählt. Denn der ab August geltende Rechtsanspruch bezieht auch die Betreuung der Kinder bei Tagesmüttern und -vätern ausdrücklich mit ein.

Immerhin hat sich die Chance, dass Eltern in ihrem Stadtteil auch mit kleineren Kindern einen Platz in der Kita finden, seit dem vergangenen Jahr stark erhöht. Teilweise hat sich die Betreuungsquote mehr als verdoppelt. Etwa in Reuschenberg, wo ab August der Anteil der Kita-Plätze für U3-Kinder von 10,2 auf 20,6 Prozent ansteigt. Gleiches gilt für Uedesheim, wo künftig ein Drittel der Kinder versorgt werden können – vorher lag die Betreuungsquote in den Tagesstätten dort bei 13,8 Prozent. Wird die Arbeit der Tageseltern miteingerechnet, schafft jeder Stadtteil eine Betreuungsquote von über 30 Prozent, ausgenommen ist davon nur der Bezirk "Hoisten, Speck, Wehl, Helpenstein", der "nur" auf 24,3 Prozent kommt.

Auch die Politik sieht Neuss auf guten Wegen – oder, wie Thomas Kaumanns (CDU), es formulierte: "Um eine Klagewelle der Eltern kommen wir hoffentlich herum."

Quelle: NGZ
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