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Neuss
Nordstädter klagen über Verkehrslärm

Neuss: Nordstädter klagen über Verkehrslärm
Mirza Kehonjic-Thiede, Reiner Breuer, Claudia Föhr und Heinrich Thiel (v.l.). beim Bürgerdialog der SPD im Papst-Johannes-Haus. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Raser, rücksichtslose Parker, Lkw in Wohngebieten und Fluglärm: Viele Bewohner stört der dichte Verkehr im Neusser Norden. Bürgermeister Reiner Breuer versprach beim Bürgerdialog der SPD Besserung durch neue Verkehrskonzepte. Von Julia Rommelfanger

Renate Giebels ist empört: "Wir wohnen auf der Pommernstraße und finden um unser Zuhause weit und breit keinen Parkplatz. Wir brauchen Anwohnerparkplätze", fordert sie von Bürgermeister Reiner Breuer. Wie viele andere Nordstädter, die in den engen Straßen rund um das Johanna-Etienne-Krankenhaus wohnen, ärgert sie sich über viel Verkehr und vollgeparkte Straßen.

"Eine gute Gelegenheit, dem Bürgermeister dieses Dilemma mitzuteilen", sagt Renate Giebels, die mit ihrem Mann und Nachbarn ins Papst-Johannes-Haus an der Gladbacher Straße gekommen ist. Unter dem Motto "Was läuft gut? Was könnte besser sein?" hat Breuer hat die Nordstädter gemeinsam mit Heinrich Thiel, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Neuss-Nordstadt, zum Dialog gebeten. 124 Anwohner sind der Einladung gefolgt und teilen mit, wo in ihrem Stadtteil der Schuh drückt.

An die erste Wortmeldung von Renate Giebels reihen sich mindestens zehn weitere rund um teilweise katastrophale Verkehrsverhältnisse: Extreme Engpässe und Parkplatzprobleme rund um das Johanna-Etienne-Krankenhaus, Lkw, die verbotenerweise von den Kaarster Gewerbegebieten aus durch die Morgensternsheide nach Neuss fahren - ein Problem, das sich durch die Eröffnung des Ikea-Möbelhauses 2017 verschlimmern wird. Zudem machen fehlende Radwege und Fluglärm den Nordstädtern zu schaffen. Selbst die Kleinsten sind betroffen: "Durch unsere Spielstraße fahren die Autos viel zu schnell", meldet sich Grundschüler Tom. Breuer gelobt Besserung, obwohl sich nicht für jedes dieser Probleme eine Lösung finde. "Wir versuchen, Kompromisse zu finden", sagt der Chef der Stadtverwaltung. Hohes Verkehrsaufkommen durch das Ansiedeln von Betrieben wie dem "Etienne" in Wohngebieten führe immer zu "ständigem Platzmangel und Gerangel um Kompromisslösungen. Drehen wir aber an einer Stelle den Hahn für den Verkehr ab, etwa durch Einbahnstraßen oder Sperrungen, sucht sich der Verkehr woanders einen Weg", erläutert er.

Die Stadt habe jedoch ein aktualisiertes Verkehrsgutachten zu der Situation rund um das Krankenhaus erstellt, das die Maßnahmen, die 2012 beschlossen wurden, etwa den Bau des Parkhauses und dessen Nutzen, evaluiere. "Das Gutachten zeigt: Es hat sich einiges gebessert; das heißt aber nicht, dass es nicht noch besser gemacht werden muss", gesteht Breuer. Etwa gebe es im Parkhaus zu viele Leerstände, während an der Straße Parkdruck herrsche.

"Man könnte die Parksituation etwa durch ein Angleichen der Parkpreise ausgleichen. Wir haben ein Maßnahmenbündel, das wir mit der Stadt diskutieren", sagt er. Dazu gehören aber keinesfalls Anwohnerparkplätze, die laut Auskünften der Verwaltung außerhalb der Innenstadt nicht zulässig seien, bedauert Breuer. Nicht nur Autofahrer, auch Radfahrer beschweren sich über den Verkehr und schmale bis gänzlich fehlende Radwege im Neusser Norden. "40 bis 50 Jahre Stadtplanung nur fürs Auto lassen sich nicht so einfach umbiegen", entgegnet Breuer. Besserung für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer sei ebenfalls auf dem Weg. Erarbeitet werde ein flächendeckendes Verkehrskonzept für die Nordstadt, in dem alle "Problemzonen" berücksichtigt werden, sagt SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Thiel. Die Frage sei nun, "wie schaffen wir es, das auch durchzubringen."

Quelle: NGZ
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