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Neuss
Norfer Musiker kommt gern zurück

Neuss. Klarinettist Sebastian Lambertz konzipiert drei Konzerte für die Musikschule.

Für seine Heimatstadt Neuss nimmt er sich jede Menge Zeit. Der in Norf aufgewachsene Klarinettist Sebastian Lambertz (34), Kunstförderpreisträger der Stadt Neuss 2013, pendelt derzeit zwischen New York und seinem Elternhaus in Norf in kurzen Abständen hin und her. In der amerikanischen Metropole studiert er im letzten Semester bei dem schon zu Lebzeiten legendären Klarinettisten Charles Neidich "Professional Studies Diploma".

Dennoch hat Sebastian Lambertz die erste "Residency", die von der Musikschule der Stadt vergeben wird, angenommen und gleich drei Konzerte zugesagt. "Hier darf ich mich künstlerisch ausleben unter wohlwollender Begleitung der Musikschule und des städtischen Kulturamtes." Beim ersten Konzert am kommenden Sonntag (Romaneum, 15.30 Uhr, Eintritt frei) führt er mit befreundeten Musikern aus Deutschland und Amerika das "Quartett für das Ende der Zeit" von Olivier Messiaen auf, das - im Kriegsgefangenenlager nahe Görlitz 1941 entstanden - nicht nur in der Besetzung Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier einzigartig ist. Für den spektakulären Unisono-Satz "Tanz des Zorns für die sieben Trompeten" hat die amerikanische Videokünstlerin SooA Kim eine fast zu schöne Collage beigesteuert.

In den zwei Tagen vor dem Konzert haben die Künstler Meisterkurse in Neuss angeboten. Die Teilnehmer werden in das Konzert am Sonntag eingebunden. "Wir kommen nicht nur her und liefern was ab, sondern suchen die Zusammenarbeit", sagt Sebastian Lambertz.

Das betrifft auch die weiteren Konzerte im nächsten Jahr. Vor allem sein mit einem amerikanischen Komponisten entwickeltes interaktive Kinderprojekt "Der kleinen Ameise tat's weh". Ab Januar wird er Neusser Grundschulen besuchen, damit Kinder kreativer Teil eines professionellen und inzwischen sehr erfolgreichen Konzertes werden können.

"Ich befasse mich sehr viel damit, wie klassische Musik überleben kann und auch für heranwachsende Generationen attraktiv wird", sagt der Norfer. Schon zu Schulzeiten am dortigen Gymnasium war er Jungstudent an der Robert-Schumann-Hochschule, absolvierte sein Diplom an der Hochschule Franz Liszt in Weimar und machte sein Konzertexamen bei Ralph Manno in Köln. So ganz nebenbei hat er gerade seinen Master in internationalem Kunstmanagement absolviert und entwickelt in New York ein neues Projekt für Klarinette und DJ.

(Nima)
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