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Neuss
Nüsser Schnute spielt zwischen Frisörsalon und Kölner Bar

Neuss. Das Laientheater Nüsser Schnute hat die neue Spielzeit eröffnet, Premiere war wie immer im Weckhovener Gemeindezentrum. "Himmel un Ääd", ein Lustspiel in drei Akten von Regina Rösch, von Hildegard Freudenberg ins Neusser Platt übertragen, strapaziert nicht nur das Zwerchfell. Es hat auch einen ernsteren Hintergrund, schließlich geht es im Kern um drei Paare, in deren Leben sich Monotonie eingeschlichen hat. Unabhängig voneinander schmieden die Frauen und die Männer einen Plan - sie wollen alleine etwas Verrücktes erleben und - finden dann doch wieder zueinander.

Die eine hat Rücken, die andere Fuß: Auf Walli Mußbach und Inge Berger muss das Publikum diesmal ebenso verzichten wie auf den frischgebackenen Vater Tobias Mußbach. Aber wie immer gibt es ein tolles Bühnenbild. Während der ersten beiden Akte ist die Bühne zweigeteilt: links der Frisörsalon von Bärbel Meister (Christiane Schumacher), die auf Männersuche ist; rechts die gutbürgerliche Wohnung des Finanzbeamten Hannes Vanandern (Theo Segger). Überall herrscht Unzufriedenheit. "Hannes geht ohne Brille ins Bett, merkt gar nicht, wenn ich Spitzenunterwäsche trage", beklagt sich seine Frau Marjret (Uli Vanderfuhr) im Salon. Die Männer gegenüber planen einen Nostalgieabend, schicken die Frauen in eine Wellnessoase.

Für einige Minuten wirkt die Bühne so, als handele es sich um eine Karnevalsveranstaltung: Von der schrillen 70er-Jahre-Klamotte trennen sich Hannes, Jupp (Jürgen Knopp), Pitter (Reinhard Kitschmann) und Dr. Müller Tiefensee (Robert Altvater), der Chef von Hannes, aber sehr schnell. Ihr Ziel: eine Bar in Köln, die von der Mieterin von Jupp, Liane Kowalski (Ive Flüchter), geleitet wird.

Besonders im dritten Akt geht es heiß her. Die vier Männer, als feurige Italiener getarnt, begeistern das Publikum mit ihrem Fantasie-Italienisch. Sie machen ihre eigenen Frauen Marjret, Trudi (Wally Nitz) und Kathi (Claudia Weipert-Lyssi) in der Kölner Bar an, die als eine Art Haremsdamen verkleidet sind. "Der Giovanni erinnert mich an meinen Hans", wundert sich Marjret. Das Publikum darf sich über ihr Vorleben - und über einen tollen Mundarttheater-Abend - freuen.

Info Karten unter 02131 797166

(barni)
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