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Rhein-Kreis Neuss
Nur zeitgenössische Kunst wird gesammelt

Rhein-Kreis Neuss: Nur zeitgenössische Kunst wird gesammelt
Michael Kortländers Wandarbeit "Energiequelle" auf der Galerie zieht die Blicke in der Kassenhalle der Sparkasse Neuss auf sich. FOTO: Andreas Woitschützke
Rhein-Kreis Neuss. Die Sparkasse Neuss hat zahlreiche Räume in ihren Niederlassungen mit angekaufter Kunst ausgestattet. Auch vier ihrer sieben Stiftungen kaufen Kunst - so kommen rund 500 Werke zusammen. Von Helga Bittner

Die Sparkasse gehört gleich zweifach zu den Kunstsammlern und -förderern in der Region: als Bankhaus und als Stifterin. Insgesamt kommen auf beiden Wegen rund 500 Werke zusammen, die sich im Besitz entweder des Geldinstituts oder einer seiner vier Stiftungen (von insgesamt sieben), die Kunst kaufen dürfen, befinden. "Noch nie haben wir uns von Kunst getrennt, indem wir sie verkauft haben", sagt Heinz Mölder, Vorstandsmitglied der Sparkasse und für das Stiftungswesen zuständig.

Den genauen Wert kann er gar nicht beziffern, denn es gibt zwar detaillierte Inventarlisten über alle gekaufte Kunst, aber keine finanzielle Schätzung. Den größten Wert dürften sicherlich die 100 Skulpturen von Ulrich Rückriem in den dem Künstler gewidmeten Hallen am Kulturzentrum Sinsteden haben. Der in Helpenstein aufgewachsene Künstler hat sie 2008 als Schenkung der Stiftung Kulturpflege und -förderung im Rhein-Kreis der Sparkasse überlassen.

In den Besitz des Geldinstituts hingegen kam viel Kunst etwa durch die Zusammenlegungen mit anderen Sparkassen - etwa Drucke von Hundertwasser, Walter Urbach, Anatol oder Curt Stenvert aus der ehemaligen Grevenbroicher Kreissparkasse. Anderes wurde gezielt gekauft, um eigene Räume auszustatten. "Die Kunst kommt ganz unterschiedlich zu uns", sagt Mölder. Meistens in Zusammenhang mit Um- oder Neubauten und Ausstellungen.

Während die Sparkasse Kunst gewissermaßen für die eigene Nutzung erwirbt, gehen viele Ankäufe der vier Stiftungen (Jubiläumsstiftung, Stiftung Kulturpflege und -förderung im Rhein-Kreis, die beiden Stiftungen Kaarst-Büttgen und Korschenbroich) als Dauerleihgaben an Städte und Gemeinden, die sie im öffentlichen Raum zeigen.

Wichtigstes Kriterium bei jeder Anschaffung - das gilt auch für die Stiftungen - ist dabei die regionale Verankerung der Künstler. Und zeitgenössisch müssen sie sein. Eine externe Kunstberatung wird nicht eingeschaltet. "Aber wir lassen uns beraten, wenn es um die Präsentation geht", betont Mölder, "und holen uns dann gerne den Sachverstand, den wir vor Ort haben, etwa aus dem Clemens-Sels-Museum."

Ob eine Raumschwinge von Will Brüll oder zwei "Köpfe" von Matthias Hintz - so manches Werk bleibt nach einer von der Sparkasse initiierten Ausstellung im Haus. Anderes wird von Mitarbeitern mitbestimmt - oder auch von Kunden. In Dormagen gibt es zum Beispiel gleich zwei Grafiken von Otmar Alt, weil beide in einer Kundenabstimmung fast gleichwertig für den Ankauf empfohlen wurden. "Mit 49:50 Stimmen ging das aus", erinnert sich Mölder schmunzelnd, "da haben wir lieber beschlossen, beide Arbeiten zu kaufen."

Allerdings betont er: "Einen Ankaufsetat gibt es bei der Sparkasse nicht. Den haben nur die Siftungen." Wenn das Bankhaus kauft, dann, weil es zu seinem Selbstverständnis gehört. Das Programm Kunst am Bau etwa sei keine Verpflichtung für die Sparkasse, sagt Mölder, "aber wir machen es trotzdem". So kam Michael Kortländers "Energiefeld" beim Neubau der Sparkasse an der Michaelstraße in Neuss auf die Galerie der Kassenhalle, eine Fotoreihe aus New York von Horst Wackerbarth in einen Sitzungsraum auf der Vorstandsetage oder ein solarkinetisches Objekt von Ulrich Westerfrölke in die Grevenbroicher Hauptstelle.

Quelle: NGZ
 
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