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Neuss
Obererft und Nordkanal mit dem Rad erkundet

Neuss: Obererft und Nordkanal mit dem Rad erkundet
Treffpunkt Marktbrunnen: Tourleiter Heribert Adamsky nahm auf Einladung von Neuss marketing eine Gruppe Radfahrer mit zu Wasserläufen in der Stadt. FOTO: woi
Neuss. Um Wasserläufe ging es bei einer Radtour von Neuss-Marketing. Heribert Adamsky bot sattelfesten Teilnehmern auch Kurioses. Von Ute Böhm

Wer zusammen mit Heribert Adamsky die Vielfalt der Neusser Wasserwelt erkunden wollte, musste in erster Linie fest im Fahrradsattel sitzen können, denn die zahlreichen Stationen erkundete der Tourenleiter des ADFC am Samstag natürlich auf zwei Rädern.

In der "Best-off-Reihe" präsentierte Neuss Marketing zusammen mit der NGZ dabei diesmal ein kleines Schatzkistchen voll Lokalhistorie, denn die unterschiedlichen Gewässer sind aus der Geschichte der Stadt nicht weg zu denken. Reichte der Rhein zu römischer Zeit mit einem Seitenarm noch bis an die Stadtbefestigung, so dass es auch einen Hafen vor den Toren von Neuss gab, gewannen später die Erft und Obererft und im 19. Jahrhundert der Nordkanal an Bedeutung. In loser Reihenfolge fuhr Tourenleiter Adamsky die unterschiedlichen Stationen an.

Beim Start auf dem Markt hatte sich eine bunte Truppe aus alt eingesessenen Neussern und neugierigen Neu-Neussern eingefunden. Schon am Kehlturm machte die Gruppe ein erstes Mal Halt. Dort erklärte Adamsky, dass die Obererft in diesem Bereich in Röhren verläuft und schließlich in das Hafenbecken mündet. Bei Hochwasser werden die verzweigten Verbindungen der Gewässer manchmal noch deutlich, wenn sich an den Straßenbahnschienen am Obertor noch Wasser dort hochdrückt, wo einmal natürliche Wasserläufe waren. In diesem Bereich ist die Obererft nur in Teilen oberirdisch geführt. Der Oberlauf der Erft wurde von den Neussern für den Antrieb der Mühlen gebraucht.

Ein zweites wichtiges Gewässer im Mittelalter war der Graben der Stadtbefestigung. Mit dem Nordkanal kam in napoleonischer Zeit das nächste bedeutende Wasser-Bauwerk hinzu. Der Kanal sollte Rhein und Maas verbinden, wurde aber nie fertig. Von ihm zeugt nicht zuletzt die gerade rekonstruierte Wasserkreuzung am Epanchoir.

Durch den Rheinpark ging es dann auf den Spuren des alten Kanalverlaufsdorthin, wo das Herz des Neussers höher schlägt, zur Erftmündung. "Dieser Ort hat etwas Magisches", schwärmte Adamsky und machte auf den Stein mit dem Neusser Heimatlied aufmerksam.

An weiteren Stationen stand die römische Geschichte im Mittelpunkt. Die Brücke über die Erft bei Grimlinghausen war eines der bedeutenden Bauwerke dieser Zeit in der Region. An sie erinnert eine Tafel der "Freunde der Heimat".

Das Stauwehr in Selikum, an dem die Obererft von der Ert abzweigt, kennen die wenigsten Neusser - seit Samstag sind es ein paar mehr. Auf dem Weg zurück in Richtung Neusser City fuhr die Gruppe durch den Reuschenberger Busch mit Hinweis auf das Sumpfgebiet, das wiederum von der Obererft gespeist wird. Den noch ganz neuen Radstreifen gegen die Fahrtrichtung der Bergheimer Straße unterzogen die Radler der Neusser-Ecken einem Gruppentest. "Das hat Spaß gemacht", freut sich Heribert Adamsky über die verbesserte Möglichkeit in die Innenstadt zu kommen.

Quelle: NGZ
 
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