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Neuss
Offener Ganztag: Träger sollen Finanzpläne offenlegen

Neuss. Die Auseinandersetzung um die Bezahlung der Kinderbetreuung im Offenen Ganztag (OGS) geht weiter. Wie viel Geld die Träger im kommenden Schuljahr bekommen, ist noch offen. Der Schulausschuss hat gestern Abend den Beschluss über die Budgets in die nächste Sitzung vertagt. Stattdessen wollen die Politiker nun von den Trägern genaue Aufschlüsselungen über deren Ausgaben bekommen. CDU und Grüne sowie die SPD stellten ähnlich lautende Anträge, die ohne Gegenstimme beschlossen wurden. "Die Träger haben einen wesentlich höheren Bedarf angemeldet. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir die Kostenstruktur der Träger und das gesamte Neusser Modell prüfen müssen", sagte Stephanie Wellens (CDU). "Wir wollen, dass das Modell weitergeht. Aber wir müssen auch im Sinne der Stadt entscheiden." Ähnlich äußerte sich Ralph-Erich Hildebrandt (SPD). Von Andreas Gruhn

Gut 3000 Kinder in Neuss werden in der offenen Ganztagsschule betreut, das entspricht einer Betreuungsquote von 55 Prozent. Für einen OGS-Platz ohne besondere Förderung sollten ab dem kommenden Schuljahr eigentlich 1870 Euro veranschlagt (bisher 1851 Euro) werden, für einen OGS-Plus-Platz 2495 Euro (bisher 2476 Euro), und für einen OGS-Platz für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf 3646 Euro (bisher 3612 Euro). Für einen einfachen OGS-Platz würde dies also einen Zuschlag von 19 Euro im Vergleich zum laufenden Schuljahr bedeuten. Viel zu wenig, sagen die Träger. In einem zehnseitigen Papier hatten sie zuletzt von einem Finanzierungsbedarf von 2143 pro Kind gesprochen - also 292 statt 19 Euro zusätzlich, die Eltern oder Stadt im Jahr aufbringen sollen. "Sonst ist die Qualität der OGS mit der aktuellen Finanzierung nicht mehr zu halten", bekräftigte gestern Thomas Isop-Sander, Sprecher der Träger. "Es ist gut, jetzt klare Rechnungen vorzulegen. Wir haben die Hoffnung, dass durch eine intensive Beschäftigung damit ein höheres Budget zustande kommt." 88 Prozent der Kosten seien Personalkosten, sagte Sabine Ramackers von Verein zur Förderung von Kindern und Jugendlichen.

Die Politiker wollen aber viel mehr Details wissen über Personalkostenverteilung, ergänzende Angebote wie Sport, Kunst und mehr, Fahrkosten zu ergänzenden Angeboten, was Eltern bei Zusatzveranstaltungen zahlen - und was ohne erhöhtes Budget nicht mehr bezahlt werden kann. Und: "Zur Verifizierung der Angaben legen die Träger ihre Jahresrechnung vor."

Quelle: NGZ
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