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Neuss
"Ohne Großkraftwerke geht's nicht"

Neuss. Eon-Chef Johannes Teyssen sprach in Neuss über die Zukunft der Energie. Von Andreas Gruhn

Die energieintensive Industrie im Rhein-Kreis wird auch künftig nicht auf die Versorgung aus großen Kraftwerken verzichten müssen. Das sagte Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender des Energieriesen Eon, am Abend in Neuss vor Gästen aus Industrie und Wirtschaft. "Ich kann mir nicht vorstellen, keine Großkraftwerke mehr zu haben. Man kann ein Stahlwerk oder eine Aluhütte nicht nur mit Wind- und Sonnenenergie betreiben", sagte Teyssen, der zu Gast war beim Gnadentaler Unternehmer Tisch auf Einladung der Unternehmerin Jutta Zülow.

Dennoch werde die Energieversorgung in Zukunft viel kleinteiliger funktionieren als heute. "Wir werden viel Windenergie haben und noch mehr Energie aus Photovoltaik-Anlagen", sagte Teyssen in der Diskussion mit Michael Bröcker, Chefredakteur unserer Zeitung. Photovoltaik werde auch ohne Subventionen der steilste Gewinner der Energiewende sein. "Die ersten Generationen waren viel zu teuer", sagte Teyssen. In den neuen Geschäftsfeldern werde Eon vor allem bei der Kundenorientierung, dem Erarbeiten von intelligenten Lösungen für jeden Kunden viel lernen müssen. "Gott sei dank haben wir durch hohe Markteintrittsbarrieren dazu die Zeit. Wenn Google morgen in den deutschen Energiemarkt könnte, dann hätte ich Panik."

Seit fast einem Jahr baut Teyssen den Konzern um, um ihn auf die "neue Energiewelt" einzustellen. Eon wird sich von alten Energieträgern trennen und sich voll auf erneuerbare Energien, den Bau und die Digitalisierung intelligenter Netze und Kundenlösungen konzentrieren. Die konventionelle Erzeugung von Strom wird in die neue Gesellschaft Uniper überführt. Darin wird auch die Abwicklung der Kernkraft konzentriert sein. Dazu gehört der Rückbau der letzten drei Meiler ("eine anspruchsvolle Aufgabe, aber es wird günstiger werden, als man heute glaubt"), aber auch die Suche nach einem Endlager für radioaktiven Müll. Eon werde sich daran ebenso beteiligen wie über Milliarden-Rückstellungen auch an der Finanzierung. "Wir können uns da nicht vom Acker machen, und das hat auch keiner vor. Wir müssen das Thema anständig und im Konsens zu Ende führen."

Quelle: NGZ
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