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Neuss
Oktoberfestival-Finale mit ganz viel Bass

Neuss: Oktoberfestival-Finale mit ganz viel Bass
Auf Tuchfühlung mit den Fans: Kraftklub-Frontmann Felix Brummer nahm ein Bad in der Menge - auch "Stagediving" genannt. FOTO: Kirsten Otto
Neuss. Der Rapper Marteria bat gestern vor 400 Zuschauern im Globe zum furiosen Schlussakt des 1Live-Oktoberfestivals 2017. Einen Tag zuvor ließen Kraftklub das Theater beben - und gingen dabei auf Tuchfühlung mit den Fans. Von Lea Hensen und Simon Janssen

Ulrich Krapp hatte schon eine Vorahnung. "Die Bässe werden absolut krass", kündigte der Unterhaltungschef von 1Live eine halbe Stunde vor Show-Beginn an. Nur wenige Sekunden, nachdem Marteria die Bühne des Globe-Theaters betrat, wurde deutlich: Krapp hatte Recht. Zum Abschluss des diesjährigen Oktoberfestivals des Radiosenders 1Live ließ der Rapper das Theater noch einmal richtig vibrieren. Die Veranstalter hatten sogar bereits im Vorfeld auf die Bässe reagiert - und aus Sicherheitsgründen nur noch halb so viele Zuschauer auf die oberen Ränge gelassen.

Mit Tracks wie "Aliens", "El Presidente" oder "Scotty, beam mich hoch" machte der 34 Jahre alte Rostocker eine ausführliche musikalische Rundfahrt durch sein im Mai veröffentlichtes Album "Roswell". Den gleichnamigen Song spielte Marteria gleich als Eisbrecher. Aber auch ältere Songs wie "Endboss" aus dem 2010 erschienenen Album "Zum Glück in die Zukunft" hatten Platz in seinem Programm.

Zwischendurch verriet der Rapper seinem Publikum auch, warum er sich in einem Theater ganz wohl fühlt: "Schließlich habe ich Schauspiel studiert." Für Marteria und seine Crew war der gestrige Abend gleich ein doppelter Abschluss. Sie beendeten nicht nur das 1Live-Oktoberfestival 2017, für sie steht nun auch eine mehrwöchige Show-Pause an.

Krönender Abschluss: Marteria ließ das Globe-Theater gestern Abend ordentlich vibrieren. Aus Sicherheitsgründen ließen die Organisatoren deshalb nur noch halb so viele Zuschauer auf die oberen Ränge. FOTO: Thomas von der Heiden

Auch beim vierten Konzert am Donnerstagabend ging es mit der Indie-Rockgruppe Kraftklub ganz schön wild her. Gleich zu Beginn wagte der Frontsänger einen mutigen Sprung in den Publikumsraum, um sich von den hochgestreckten Armen der Fans tragen zu lassen - und sackte erst einmal in die Tiefe.

Eine kleine Startschwierigkeit, die er locker wegsteckte. Bei den bekannten Songs "Ich will nicht nach Berlin" und "Wenn du mich küsst" kochte der Rundbau, auf begrenztem Raum pogte und sprang das Publikum zu den "mitgröl"-geeigneten Refrains. Textsicher erwiesen sich die Fans auch bei den Titeln des neuen Albums "Keine Nacht für Niemand", das am 2. Juni erschienen ist. Frontsänger Felix mischte immer wieder ein bisschen Ernst unter: "Vor euch stehen fünf junge Männer aus Sachsen, und rein statistisch gesehen hat jeder zweite von uns die AfD gewählt." Am Herzen liegt ihm eine politische Botschaft: "Ihr merkt doch alle, wie sympathisch wir sind. Bitte macht nicht den Fehler, in jedem Ostdeutschen einen AfD-Wähler zu sehen."

Zum Abschluss des Konzerts ließ er seinen Fans noch einmal den Atem stocken, als er sich an der Zuschauertribüne nach oben zog und in die Menge sprang, die ihn diesmal auffing und kreischend weiterreichte. Dem Baustil des Globe-Theaters hat er damit besondere Ehre erwiesen.

Und erweist 1Live Neuss auch 2018 die Ehre? Ulrich Krapp macht keinen Hehl daraus, dass das Globe bei Fans und Bands bestens ankommt. Es habe sogar schon Anfragen zweier "großer deutscher Bands" gegeben: "Aber das müssen wir alles noch besprechen", so der Unterhaltungschef.

Quelle: NGZ
 
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