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Neuss
Osterlamm Motzi bekommt auf dem Kinderbauernhof das Fläschchen

Neuss. Der Kinderbauernhof in Selikum hat seit drei Wochen wieder Nachwuchs: Das Lamm Motzi ist flauschig, neugierig und darf sogar gestreichelt werden. Von Oliver Burwig

Woher der Name "Motzi" kommt, weiß man erst, wenn man dem kleinen Lämmchen einmal die Flasche weggenommen hat oder es im Gehege des Kinderbauernhofs alleine lässt: Dann schreit das junge Coburger Fuchsschaf um Aufmerksamkeit. Ansonsten ist das auf den Tag genau drei Wochen alte Lamm nicht gerade laut, dafür aber umso neugieriger und verspielter. Yvonne Kolisch und ihre Kollegen vom Bauernhof müssen es derzeit tagsüber alle zwei Stunden mit dem Fläschchen füttern, weil seine Mutter nach der Geburt zu geschwächt war und es nicht säugte.

Kolisch ist dabei aber nicht nur die "Futterstelle" für Motzi: "Ich bin schon so etwas wie eine Bezugsperson", sagt die Bundesfreiwilligendienstlerin, während das Lamm gierig und schmatzend aus der Flasche trinkt. Die Kinder, die die Schafe auf dem Hof besuchen, dürfen Motzi zwar auch streicheln - das mag es besonders gern, sagt Kolisch -, sie aber nicht füttern. "Dabei kann man schon einiges falsch machen", sagt die 22-Jährige: Luft in den Nuckel lassen oder die Flasche zu steil halten, zum Beispiel. Wenn Kinder Motzi besuchen wollen, lässt Kolisch sie in einer Reihe antreten, damit nicht alle auf einmal an das Lamm herantreten. "Wir wollen ja, dass sie auch später noch zutraulich bleibt", sagt Kolisch. Dass Schafe eher scheue Tiere sind, hat Motzi offenbar noch keiner gesagt: Sie rennt mutig auf jeden Gast zu, der das Freigehege betritt, und schreckt auch vor Hütehund Milo nicht zurück, der ebenfalls ein wenig den Ersatz für die Eltern übernimmt, indem er Motzi sauber leckt.

Auch andere österliche Tiere leben auf dem Kinderbauernhof, der am Sonntag von 15 bis 18 Uhr zum Eierfärben, Hefehäschen-Backen und Stockbrotgaren einlädt: Kaninchen und Hühner gibt es ebenfalls auf dem Gelände des Hofes am Nixhütter Weg 141. Zwei Hühnerrassen können die kleinen Besucher auch über die Ostertage bestaunen: Die schlanken, dunklen Deutschen Langschan - eine bedrohte Rasse - und die bulligen, größeren Brahmas. Anfassen ist auch hier erlaubt. "Die Kinder staunen jedes Mal, wie weich die Federn sind und wundern sich, wie die Hühner picken und zwicken, wenn man ihnen das Futter auf der Hand hinhält", sagt Rolf Baldes. Wie Kolisch und die knapp zehn Mitarbeiter kümmert auch er sich um die Tiere und den Hof, erklärt Besuchern das Leben auf dem Bauernhof und die Tiere.

Unter anderem lernen die Kinder bei ihm auch, dass die Hühner zwar alle Eier legen, allerdings nicht so viele wie Legehennen. "Es reicht höchstens mal bei uns für das Frühstück", sagt Baldes, für den Verkauf oder die Ostertage bleibe kaum etwas übrig. "Bei uns geht es aber auch nicht um Fleisch- oder Eierproduktion, sondern Kindern zu zeigen, wie Tiere gehalten werden."

Quelle: NGZ
 
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