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Neuss
Pflegetreff diskutiert neues Gesetz mit Experten

Neuss. Das Thema Pflegeversicherung betrifft alle Menschen - besonders im Alter. Beim 25. öffentlichen Pflegetreff des "Pro Pflege Selbsthilfenetzwerkes" sprachen bekannte Namen über die neuesten Veränderungen und Leistungen. Auf dem Podium saßen Ulrike Kissels vom MDK Nordrhein, Elisabeth Scharfenberg von den Grünen und Erwin Rüddel, Pflegeexperte der CDU im Bundestag. Von Sebastian Esch

Kissels informierte über die neuen Pflegegrade, die ab 2017 die Pflegestufen ersetzen werden. "Ab dann gibt es fünf Pflegegrade. Die Einteilung wird mit Hilfe eines Maßstabs ermittelt, der den Grad der Selbstständigkeit bestimmt. Dabei werden Betroffene in sechs verschiedenen Modulen geprüft, beispielsweise, wie mobil die Pflegebedürftigen noch sind oder ob es ihnen möglich ist, sich selbst mit Arznei zu versorgen", erläutert Kissels.

Die beiden Podiumsteilnehmer Rüddel und Scharfenberg schilderten ihre Sicht auf die aktuelle Pflegepolitik, besonders im Hinblick auf den fehlenden Nachwuchs beim Thema Altenpflege. Rüddel kritisierte dabei besonders die zu hohen Qualifikationsansprüche für eine Lehre. "In Krankenhäusern arbeiten nur noch Menschen mit Abitur. Es sind immer Stellen offen, und wir brauchen auch Menschen, die bereit sind, am Bett zu arbeiten. Warum sollten das nicht auch Leute mit Hauptschulabschluss machen können?"

Scharfenberg hingegen lenkte ihren Schwerpunkt auf das Verständnis vom neuen Pflegegesetz. "Kein Pflegebedürftiger und die wenigsten Angehörigen haben Zeit, sich mit diesen komplexen Formulierungen zu beschäftigen. Am einfachsten wäre es, wenn jeder die Möglichkeit hätte, sich nur die Leistungen zu "kaufen", die auch benötigt werden."

In einem Punkt waren sich die beiden aber vollkommen einig: "Wir müssen die Ausbildung zum Altenpfleger für junge Menschen unbedingt attraktiver machen. "

Quelle: NGZ
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