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Neuss
Pflegetreff rückt Prävention in den Fokus

Neuss: Pflegetreff rückt Prävention in den Fokus
Gastgeber Werner Schell (r.) mit den Referenten des Pflegetreff. FOTO: lber
Neuss. Unter dem Motto "Vorbeugen ist besser als Heilen" wurde bei der 27. Auflage engagiert diskutiert. Von Rolf Hoppe

Pflegenotstand, Geriatrie, Menschenwürde, das sind Themen, die der Neusser Pflegetreff immer wieder zur Sprache bringt. "Vorbeugen ist besser als Heilen" hatte Organisator und Motor Werner Schell die nunmehr 27. Auflage in den Mittelpunkt gestellt. "Wir müssen den Begriffen Prävention und Gesundheitsförderung mehr Aufmerksamkeit schenken - körperlich und geistig aktiv bis ins hohe Alter", so der 78-Jährige, der in den Treff Erfttal geladen hatte. Kranke, Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftige seien ebenfalls eine Zielgruppe.

Das gewählte Thema ist eine Vorlage für Nicole Pfeifer, Geriatrie-Chefärztin - umgangssprachlich Altersmedizinerin - in Neuss und Grevenbroich: "Menschen werden immer älter, eine Feststellung begleitet von steigenden Demenzzahlen. Doch dem ist man nicht hilflos ausgeliefert. Regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle sind genauso wichtig wie gesundes Leben, sportliche Aktivitäten, die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen."

Ingrid Fischbach, Patientenbeauftragte und Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, kommt auf das neue Präventionsgesetz zu sprechen: "Prävention vor Reha und Pflege, das ist die Maxime. Dazu hat die Bundesregierung eine Menge Geld bereitgestellt." Fischbach will verstärkt für die Arbeit der Pflegekräfte werben und die Rahmenbedingungen verbessern.

Dort sieht Dieter Welsink von medicoreha Defizite: "Nichts geht ohne qualifiziertes Personal und einen gut ausgestatteten Stellenplan. Gesetzliche Grundlagen sind geschaffen. Mehr aber auch nicht."

Silvia Bieling, AOK-Referentin für Prävention, präsentiert Maßnahmen der Kasse - etwa ein Programm, bei dem spezielle Kräfte viel Zeit für Bewohner stationärer Einrichtungen haben. Ursula Bienefeld kommt auf das Generalthema zu sprechen: "Pflegende Angehörige, aber auch wir Arbeitnehmer sind komplett alleingelassen. Dies gilt auch für die eigene Gesundheitsvorsorge. Pflege braucht dringend verbesserte Personalausstattungen."

Quelle: NGZ
 
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