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Neuss
Plädoyer für vernetzte Nachbarschaft

Neuss. Landesministerin Barbara Steffens warb in Neuss für Quartiersentwicklung. Von Ute Böhm

Ein funktionierendes Quartier kann vieles sein: Treffpunkt für Nachbarn, Informationsaustausch oder Handelsplatz für kleine Dienstleistungen untereinander. Damit ein Quartier den Menschen aus der Umgebung hilft, braucht es erst einmal einen Stützpunkt und Koordinatoren, die die Fäden zusammenführen. Die Arbeit setzt da an, wo Nachbarschaften zusammengeführt werden sollen. Über die Möglichkeiten für eine Quartiersentwicklung sprach Landesministerin Barbara Steffens von den Grünen jetzt vor Vertretern der Politik und Gästen des Kreisverbandes.

Die Ministerin tritt für die Entwicklung von vernetzter Arbeit in den Nachbarschaften ein. Dabei fängt es laut Steffens bei kleinen Dingen an. Gegenseitiger Dialog sei sinnstiftend und bringe Lebensfreude. "Wir müssen wieder Verantwortung füreinander übernehmen, dann kann jeder gewinnen", erklärte Steffens. Wer in einer funktionierenden Gemeinschaft wohne, könne länger selbstbestimmt leben. Letztlich spare das den Kommunen Geld, da Unterstützungsleistungen geringer würden. Da für die Entwicklung solcher Gemeinschaften aber erst einmal Geld investiert werden müsse, tue sich nicht nur die Stadt Neuss schwer.

Steffens plädierte für die Einrichtung von Quartiersmanagern, die beim Aufbau von Strukturen helfen und die Menschen zusammen bringen können. In der anschließenden Diskussionsrunde präsentierten die Anwesenden kleine Schritte, die in Neuss bislang zur Quartiersentwicklung unternommen wurden. Gudrun Jüttner erklärte, was sie als Koordinatorin Netzwerk- und Quartiersarbeit der Stadt Neuss für realisierbar hält. Zunächst müsse das zusammengeführt werden, was bislang angeboten wird. Realisiert werden sollen Neusser Quartiere über Kooperationen mit existierenden Stellen. Das sei die kostengünstigste Variante.

Wilfried Gaul-Canjé, Geschäftsführer der St.-Augustinus-Behindertenhilfe, berichtete von den Bemühungen, dezentrale Behinderten-Einrichtungen in den Städten zu etablieren und die Menschen zu integrieren. "Wohnen allein reicht nicht, wir brauchen multifunktionale Orte", erklärte Gaul-Canjé. Die Netzwerke seien ein Schritt hin zu Treffpunkten, die zu Stadtteilzentren werden könnten.

Agnes Groschke-Faruß, Sprecherin des Grünen Kreisverbandes, stellte zum Ende der Diskussion noch einmal fest, dass in Neuss zwar erste Projekte in der Richtung vorhanden seien, es fehle aber am echten politischen Willen, Quartiersarbeit in Gang zu bringen.

Quelle: NGZ
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