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Neuss
Politik regt Beratung über palliatives Netzwerk an

Neuss: Politik regt Beratung über palliatives Netzwerk an
Werner Moser vor der von Schließung bedrohten Palliativ-Station. FOTO: woi
Neuss. Politische Rückendeckung für das Johanna-Etienne-Krankenhaus: Die Landtagskandidaten Jörg Geerlings (CDU) und Hans Christian Markert (Grüne) unterstützen die Klinik in ihrem Bemühen um den Erhalt der Palliativmedizin. Gemeinsames Ziel: Die Möglichkeiten für ein Netzwerk aller Angebote rund um die Palliativmedizin in Neuss auszuloten.

Das Land hatte die St. Augustinus-Kliniken als Träger des "Etienne" im vergangenen Herbst von der Absicht in Kenntnis gesetzt, dessen Palliativstation im Krankenhausplan nicht mehr vorsehen zu wollen. Die Hälfte der kreisweit benötigten 15 Palliativbetten sollen am Neusser Lukaskrankenhaus konzentriert werden. Wegen, wie Markert in Erfahrung brachte, der dortigen Abteilung für Strahlentherapie. Die Kassen reagierten prompt und kündigten ihren schrittweisen Ausstieg aus der Finanzierung palliativ-medizinischer Leistungen am "Etienne" an. Das Krankenhaus klagte, unterlag aber erstinstanzlich vor dem Verwaltungsgericht.

Dass dessen Urteil schon auf dem Tisch liegt, macht die Situation aus Markerts Sicht "schwierig". Er schlage aber vor, dass sich alle Beteiligten zusammensetzen und erneut nach Möglichkeiten für eine "Neusser palliativmedizinische Kooperation" suchen. Wie die Umsetzung finanzierbar wäre, dazu hat Geerlings eine Idee: Die Mittel, die durch einen im Falle einer Schließung nötig werdenden Umzug verschwendet würden, könnten für die Schaffung eines Netzwerkes bestehender Angebote genutzt werden.

Geerlings moniert, dass die Entscheidung den Bedürfnissen der schwerkranken Menschen, "vor allem austherapierte Krebspatienten", nicht gerecht würde und auch betriebswirtschaftlich unsinnig sei. Markert ergänzt: Das Beispiel zeige, wie schwierig es ist, gerade in sensiblen Bereichen "Entscheidungen nach ökonomisch geleiteten Kriterien zu treffen."

Persönlich werden sich die Neusser Politiker kommenden Sonntag (6. Mai) erklären. Dann hat das Johanna-Etienne-Krankenhaus ab 15.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Quelle: NGZ
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